Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Wieder einmal findet sich Leticia Herzog, die verwitwete Gräfin Churzy, an einem Punkt an dem ein Mädchen muss tun, was ein Mädchen tun muss. In ihrem Fall, sich den Unterhalt - und ja, sie hat eine Vorliebe für Feines – sichern zu müssen. Als sie auf den mutmaßlichen Earl of Ashby trifft, scheint er der perfekte Kandidat dafür. Und bis über beide Ohren verliebt in den Earl ist Leticia zudem.

Doch dann stellt sich der Earl of Ashby als Mr. John Turner heraus, der Sekretär des Earls, der einer Wette wegen, den Platz mit dem Earl getauscht hat. Und Leticia muss weiterziehen, bis sie im fernen Paris auf den älteren Gentleman Sir Barty trifft und auf seine offenen Arme sie als seine Braut nach Hause zu führen. Dumm nur, dass jenes zu Hause auch ausgerechnet das von John Turner, dem ortsansässigen Müller ist.

John hat alles versucht Leticia umzustimmen und ihm zu vergeben. Für ihn ist sie die Einzige, die Liebe seines Lebens. Doch sie möchte nichts mit ihm zu tun haben. Dass sie nun ausgerechnet im sonntäglichen Gottesdienst in seiner Heimatgemeinde auftaucht und dann noch als Zukünftige des ansässigen Landherrn, dessen Gunst seine Mühle dringend benötigt, wirft ihn, den wenig zu überraschen weiß, beinahe um.

Wenn es eine Autorin draufhat, kauzige, knorrige und gleichzeitig aus köstlich-komische Charaktere in eine Geschichte zu werfen, dann Kate Noble. Und obwohl sie mich immer wieder damit herausfordert (und ich mir im Stillen jedes Mal denke, dass sie es diesmal aber nicht schaffen wird, mich mit ihren Figuren zu überzeugen), erliege ich doch immer wieder ihren sperrigen Protagonisten und dem ungewöhnlichen Erzählstil dieser Serie. (Anmerkung: ich kenne das Original nicht, sondern nur die deutsche Übersetzung)

Mit der Hauptprotagonistin diesen 2. Teiles der „Spiel der Liebe“-Serie, Leticia, hat mich die Autorin auf eine besondere Probe gestellt. Doch mittlerweile kenn ich das ja und habe deswegen auch gleich eher eine lauernd als abgeneigte Stellung der Figur gegenüber eingenommen. Und auch wenn ich gerne bis zum Ende bockig daran festgehalten hätte, dass Leticia eine rechte Zicke ist, so hat mich doch das Leseerlebnis dieses Liebesromans rundum zufrieden zurückgelassen.

Kurzgefasst: ein unterhaltsames und vergnüglich-verwickeltes Stück, dessen Charaktere eine echte Herausforderung für mich waren. Und doch ist es der Autorin am Ende gelungen mich beschwingt und glücklich aus ihrem Buch zu entlassen.