Rezensionen

Kathis Bewertung 05 Sterne.png

Eragon ist ein ganz normaler Junge auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Zumindest denkt er das, bis er einen blauen Stein findet, aus dem wenig später ein Drachenjunges schlüpft. Dieses wird auf den schönen Namen „Saphira“ getauft und weicht nun nicht mehr von Eragons Seite. Dass Eragon den Namen des ersten Drachenreiters trägt, ist nun kein Zufall mehr. Denn genau das ist sein Vermächtnis: Der Eragon früherer Tage legte den Grundstein der Zusammengehörigkeit von Drache und Reiter; er erweckt eine neue Generation von Drachenreitern zum Leben.

Nach einem mysteriösen Brand auf Garrows Hof, auf dem Eragon aufwuchs und dem Tod seines Onkels, ist nichts mehr, wie es einmal war. Eines steht für Eragon fest: Garrow, sein Onkel, wurde von diesen geheimnisvollen und beängstigenden Fremden ermordet, die sich so für seinen „Stein“ interessierten. Außerdem wächst Saphira ununterbrochen und wird sich bald nicht mehr vor den Menschen im Dorf verstecken können. Aus diesen Gründen trifft Eragon die schwere Entscheidung, seine Schuld zu begleichen und den Tod Garrows zu rächen. Er begibt sich mit Saphira auf den Weg, doch vorerst haben sie kein greifbares Ziel. Dann schließt sich ihnen ganz unverhofft Brom, der alte Geschichtenerzähler des Dorfes, an. Welches Geheimnis trägt der alte Mann und weshalb weiß er so viel über Drachen und ihre Reiter?

Paolini entführte mich mit „Eragon“ in die Welt der Fantasie, in die Welt der Magie und der Mythen. Es rief eine solche Euphorie hervor, dass das „Eragon-Fieber“ große Kreise um mich zog und mich nicht genesen lassen wollte. Auch bot es viel Raum für Diskussionen und Spekulationen. Was bedeutet die Prophezeiung von Angela, der Kräuterhexe? Wie viel davon wird tatsächlich erfüllt werden? Welche Waffe befindet sich unter den Wurzeln des „Menoa-Baumes“ und wo liegt der „Felsen von Kuthian“? Was ist das „Verlies der Seelen“ und wie ist die Formulierung „wenn alles verloren scheint und deine Kräfte nicht mehr ausreichen“ zu verstehen? (vergl. S. 306 - 311, TB) Hat Eragon nicht oft genug so empfunden? Doch die wichtigste Frage blieb diese: Wer sind „der trauernde Waise“ und „der unversehrte Krüppel“?

Die ersten Seiten sind noch sehr erklärend und somit etwas langatmig. Allerdings sind sie wichtig, um alle Zusammenhänge verstehen zu können. Außerdem bilden sie das Fundament der ganzen Beziehung zwischen Eragon und Saphira. Kaum merklich wird der Sog des Romans immer stärker und es ist leicht, sich in der Geschichte zu verlieren. Durch die Zeichnung Alagaësias und die detaillierten Schilderungen Paolinis kennt man sich in dieser Welt bald fast genauso gut aus, wie in der eigenen.

Die Figuren sind sehr sympathisch und charakterlich gewissenhaft konstruiert. Die Schicksale rühren an; Spannung verlangsamt die Atmung. Trotz des Er-Erzählers fällt der Blick in Eragon nicht schwer. Auch Saphira wirkt so authentisch, wie es ein Drache in einer Fantasy-Saga nur sein kann. Außerdem werden viele Wesen und Völker in diesem Buch vereint. Man findet Drachen, Werkatzen, Elfen, Zwerge, Urgals, Schatten, Magier und „ganz gewöhnliche“ Menschen. Doch auch weitere Fabelwesen haben einen Auftritt. Eine schöne Bandbreite, die eigentlich für jeden Geschmack etwas bereit hält

Fazit: Spannend, humorvoll und facettenreich erzählt Paolini eine wahrhaft mitreißende Geschichte über einen Drachen und seinen Reiter. Er lässt den Leser tief in die Geschichte eindringen und fasziniert durch ausdrucksstarke Schilderungen. „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ ist ein Roman, der unbedingt empfehlens- und lesenswert ist!

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.cultural-noise.de.