Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Zwei Jahre nachdem Rita von ihrem schwerreichen „Prinzen“ abserviert wurde, hat sie nun endlich die Energie gefunden, sich auf ein neues „Projekt“ zu stürzen. Dabei geht sie gewissenhaft vor: Die Forbes Liste der reichsten Männer Russlands vor Augen fällt ihre Wahl auf den ihr unbekannten Alexander Wlassow.

Ihre Wahl stellt sie allerdings auch vor so einige Probleme. Wlassow ist nicht gerade der Moskauer Partylöwe, sondern lebt mehr für eine Reihe an Outdoor Abenteuern, die ihn rund um die Welt ziehen lassen; gerade eben ist er nun beim Tauchen in Ägypten.

Das allerdings schreckt Rita nur kurz ab, lässt sie jedoch von ihrem Schlachtplan nicht abrücken. Sie kauft von ihrem letzten Geld eine Tauchausrüstung, schreibt sich in einen Tauchkurs ein und macht sich dann auf den Weg ins ägyptische Dahab, dem angesagten Tauchmekka.

Aber auch hier läuft nicht alles so glatt wie geplant und der eingefleischte Luxus- und Stadtmensch Rita hat mit so einigen Problemen zu kämpfen; zudem scheint nicht alles, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Ich war mächtig gespannt was mich in dem Buch „Russisch Blond“ erwarten würde, da ich bis zu diesem Zeitpunkt praktisch noch keine Bücher russischer Autoren gelesen habe, sieht man von dem einen oder anderen Klassiker einmal ab.

Vielleicht sollte ich zunächst erwähnen, dass der deutsche Titel einfach perfekt gewählt wurde. Rita ist eine Blondine, wie sie im Buche steht - sie wird jedem nur erdenklichen Blondinenwitz gerecht und erobert doch, oder gerade deshalb, jedes Leserherz im Nu.

Ich würde „Russisch Blond“ aber dennoch nicht mit einem ChickLit englischer oder deutscher Autoren vergleichen, da ihm völlig der brüllende Witz und die Slapstickeinlagen vergleichbarer Bücher fehlen.
Und das ist auch gut so, denn hier sind Witz und Ironie eher leise und wollen nur langsam zwischen den Zeilen entdeckt werden, was mir persönlich viel Vergnügen bereitet hat.
Eine kleine Warnung für die Leser, die Alkohol Exzesse in „Freche Frauen“-Romanen nicht mögen: Auch hier fließt, wenn auch ein klein wenig dezenter als z.B. bei englischen Autorinnen, der Champagner in Strömen.

Der Schreibstil von Mascha Pawlowitsch ist nicht ganz so flüssig zu lesen und bei einigen Gedankensprüngen und Aussagen der Figuren hatte ich meine Mühe zu folgen. Da mir aber weder russische Literatur oder gar Gesellschaft, noch Umgangsformen vertraut sind schreibe ich das einfach einmal meiner Unwissenheit der Materie zu.

Die Bilderbuch-„Blondine“ Rita ist einfach nur sympathisch und ihr Weltbild lädt den damit nicht vertrauen Leser mehr als einmal zum Schmunzeln ein. Und so hat es mir auch besonderen Spaß gemacht einen Blick in Ritas Welt zu werfen, die für Rita bierernst, mir aber abgedreht und ironisch auf die Spitze getrieben vorkam.

Kurz gefasst: "Russisch Blond“ ist ein sehr lohnendes Abenteuer für den entdeckungsfreudigen Leser. Empfehlenswert!