Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Das Testament ihres ungeliebten Vaters sieht vor, dass die kapriziöse Phoebe Sommerville, 1 Jahr lang, die einst heißgeliebte Footballmannschaft, die Chicagoer „Stars“, zum Divisions-Sieg führen muss – um die Footballmannschaft zu erben. Gewinnt sie den Titel nicht, erhält sie 100.000 Dollar und die Mannschaft geht an ihren verhassten Cousin Reed.

Nun braucht Phoebe unbedingt Geld. Und sie hasst Football, mehr als sie Reed verachtet. Ergo, überlässt sie die „Stars“ sich selbst, und wartet einfach ab.

Doch diese Rechnung hat sie ohne Coach Dan Calebow gemacht. Der zieht sie praktisch an den Haaren herbei, setzt sie in ihre Chefsessel und verlangt, dass sie ihre Arbeit tut – in seinem Sinne natürlich.

Doch so anziehend Phoebe Dan auch findet, eines tut sie bestimmt nicht, nach seiner Pfeife tanzen.

"Ausgerechnet den", der 1. Teil von SEPs Chicagoer Football-Serie, ist im Original um 1994 erschienen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wann ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, doch ich würde es Zeitnah, an die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe setzten.

Die gute Nachricht ist, dass es auch 20 Jahre danach immer noch ein Vergnügen zu lesen ist und ich meine damaliges, kurzes, Statement zur Geschichte: in diesem Buch stimmt einfach alles: Sympathische Figuren, ich liebe ganz besonders Phoebe, und eine spritzig, witzig geschriebene Geschichte. Auch heute noch so unterschreiben kann.

Ob ich auch mein dran gesetztes: Mein Lieblingsteil der Chicago Stars. Heute noch so bewerten kann, ist abzuwarten. Denn, die Geschichte liest sich zum Teil doch schon recht angestaubt (und ich habe die Hoffnung, dass das sich das im Lauf der Serie ändern wird). So haben wir es zb. mit Donald Trump zu tun, der heute für uns (Deutsche) ein anderes Bild abgibt. Und wir müssen uns mit einer Sprache herumschlagen, die heute so nicht mehr in zeitgenössischen Liebesromanen genutzt wird. Wie etwa „Bimbo“, was so was von „out“ ist.

Trotz dieser Schwerfälligkeiten, in Sachen Ausdruck und Stil, habe ich mich beim Lesen – erneut – köstlich amüsiert. SEP hat es einfach drauf amüsante Szenen und Dialoge auf Papier zu bringen und diese leicht, locker und natürlich wirken zu lassen. Auch ihre Figuren sind wirklich wunderbar. Phoebe nimmt man modeschmuck-lastige, vollbusige, kluge und gewitzte Blondine absolut ab. Ihre (und auch die aller andren Figuren) Ängste, Sorgen und Bedenken sind verständlich und für mich als Leser vollkommen nachvollziehbar.

Ach übrigens, mein damaliges: Aber gibt es ein unpassenderes Cover als das von Blanvalet ausgesuchte? Wo zum Himmel ist die blonde Sexbombe, von der im Klappentext gesprochen wird? Kann ich noch immer so stehen lassen. So viel Mühe muss doch sein, dass das Cover, gemäß seiner Protagonisten ausgesucht wird, oder?

Kurz gefasst: Auch wenn der Stil und die Sprache der Geschichte hier und da vielleicht schon etwas angestaubt wirkt und mir der Roman keine 5 Punkte mehr wert ist, so ist es immer noch ein beschwingt und amüsant zu lesender Sportler-Romance.