Rezensionen

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In Bobby Tom Dentons Lebens gibt es keine Hindernisse, er kann alles, er hat alles und er bekommt alles. Nun Football spielen kann er nach einer Knieverletzung nicht mehr. Damit ist ihm jedoch die Orientierung in seinem Leben abhandengekommen.

Das Angebot, einer Filmproduktion an, einen Actionfilmheld zu mimen, scheint ihm da ganz vernünftig. Nur bei den Dreharbeiten in seiner Heimatstadt auftauchten, das tut er dann nicht. Um ihren Star ans Set zu holen, schickt die Produktionsfirma ihre neuste Waffe ins Feld, Gracie Snow.

Die ehemalige Leiterin eines Altenheimes ist es gewohnt mit schwierigen Menschen umzugehen, doch für sie hängt mehr als nur Wohlwollen davon ab den Footballstar nach Texas zu schaffen. Sie will ihren neuen Job, und die Veränderungen, die hoffentlich damit einhergehen und sie aus ihrem Landei-Leben reißen, unbedingt behalten.

Doch Bobby Tom fordert all ihre Geduld heraus und dass, obwohl sie sich vom ersten Blick an, Hals über Kopf, in ihn verliebt hat.

Wie alle Teile der Serien, so habe ich auch den 2. Teil von SEPs „Chicago Stars“-Serie bereits vor Jahren kurz um den deutschen Erscheinungszeitpunkt gelesen, damals aber keinen Kommentar dazu geschrieben. Und ich verstehe heute mehr denn je auch warum.

Ich kann Booby Tom Denton nicht ausstehen. Ich mag solche Typen, fiktiv oder real, einfach nicht. Ja, sicher am Ende, nach seiner Läuterung quasi, kommt selbst er ganz sympathisch rüber und ja, natürlich hat mich auch seine charmante Art, die die Autorin wirklich hervorragend rüberzubringen weiß, bezaubern können. Doch lesen mag ich Geschichten mit derartigen Charakteren nun mal nicht. Und so „über gute“ weibliche Charaktere wie Gracie, schon mal gar nicht. Und nochmals ja, ich habe das Buch fertiggelesen – und ich fand es unterhaltsam.

Ein bisschen schwierig war zudem, dass mir die Übersetzung zum Teil grausig aufgestoßen ist. Sicher es ist wohl auch ein Stilmittel der Zeit, aber ständig „Herr Denton“ lesen zu müssen und noch ärger „Fräulein Snow“ oder ganze Sätze, die in die Anfänge von Bablefish gehören und definitiv nicht in ein Buch, war nicht ganz so einfach, vor allem dann, wenn man eh schon ein wenig mit der Lektüre kämpft.

„Den und kein anderer“ ist definitiv ein Produkt seiner Zeit. Doch die Autorin versteht, meiner Meinung nach, ihr Handwerk so gut, dass ihr charmanter Stil, auch heute noch, alle Kritik in den Hintergrund treten lässt und „Den und kein anderer“ zu einem unterhaltsamen Leseerlebnis machen lässt.

Kurz gefasst: Mit den Figuren der Geschichte konnte ich nur wenig anfangen, sie lagen mir mit ihrer Art überhaupt nicht. Nichtsdestotrotz habe ich mich beim Lesen gut unterhalten. SEP ist eben nun mal eine klasse Autorin.