Rezensionen

Kerstins Bewertung 04 05 Sterne.png

Fleur Savagar verbrachte ihr ganzes Leben im Kloster, Höhepunkte die Besuche ihrer wunderschönen Mutter – ihren Vater bekommt sie nie zu Gesicht, dieser hat sie aus ihr unbekannten Gründen verstoßen. Doch als sie zur Beerdigung ihrer Großmutter nach Paris kommt, verändert sich ihr ganzes Leben: sie wird als Model entdeckt und geht mit ihrer Mutter nach Amerika. Schließlich soll sie sogar in einem Film mitspielen, wo sie sich bei den Dreharbeiten in ihren Partner Jake verliebt. Endlich hält sie ihr Leben in den eigenen Händen – bis sie erfährt, dass ihr wahrer Vater nicht der Ehemann ihrer Mutter ist, sondern Errol Flynn und dass ihre Mutter ebenfalls ein Verhältnis mit Jake hatte. Sie beschließt davonzulaufen und ihr Leben ganz allein zu leben – ohne Hilfe von außen und ohne Männer. Doch eines Tages muss sie sich der Vergangenheit stellen…

Erstmal vorneweg: wer SEPs neuere Romane schätzt und etwas ähnliches erwartet wird enttäuscht werden. Hier steht nicht die Liebesgeschichte und der Humor im Vordergrund, sondern die Lebensgeschichte einer zunächst schwach anmutenden Protagonistin, die sich schließlich aus eigener Kraft nach oben kämpft. Es gibt in der New Yorker (und auch Los Angeleser) Glitzerwelt viele Intrigen, Machtkämpfe und Foulplays, es gibt Schurken, aber auch Freunde. Auch wenn Jake eine wichtige Rolle spielt, ist eindeutig Fleur die Protagonistin.

Am Anfang erzählt SEP die Geschichte von Fleurs Mutter Belinda, ihrer Beziehung zu Erol Flynn (ich fürchte, ich kann mir nie wieder unbelastet „Captain Blood“ anschauen L) und wie sie schließlich ihren jetzigen Mann heiratete. Belinda ist ein sehr schwacher, oberflächlicher Charakter, aber auch sehr ehrlich. Im Gegensatz zu ihrer Mutter gelingt es Fleur, sich nicht von Männern abhängig zu machen und ihren eigenen Weg zu gehen – auch wenn es ihr mitunter schwer fällt.

Der Schurke im Spiel ist etwas zu schwarz gezeichnet, und dennoch hat man an einigen Stellen Mitleid mit ihm, ebenso wie mit Belinda und anderen Nebencharakteren. SEP gelingt es, ihren Figuren Leben einzuhauchen, so dass der Leser selbst der unsympathischsten Figur noch etwas Positives abgewinnen kann.

Wie bei SEP gewohnt lässt sich der Roman flüssig lesen und man wird sofort in die Geschichte hineingezogen. Da ich aber SEPs humorvolleren Stil bevorzuge, bekommt dieses Buch von mir einen leichten Punkteabzug.