Rezensionen

Tinas Bewertung 04 Sterne.png

Maja steht mit beiden Beinen im Leben, sie weiß was sie möchte und was nicht - die 35 gehört für sie auf keinen Fall dazu. Deswegen müssen neue Erfahrungen, neue Herausforderungen her, die ihr Selbstvertrauen und ihr Leben bereichern können: Eine Frau zu küssen, eine Fremdsprache lernen, ein Schönheitseingriff oder doch etwas noch Kurioseres?
Vielleicht nebenbei auch den Traumprinzen finden, der Maya so nimmt wie sie ist

Miriam Pielhau, bekannt durch das Fernsehen und ihr Erstlingswerk "Fremdkörper", hat mit "Radiergummitage" ein Buch geschrieben, in dem man sich als Leser hier und da wieder finden kann. Denn wer hat nicht auch solche Tage im Leben, wie Maja, die man einfach auslöschen/ ausradieren möchte?

Der Erzählstil des Buches ist flüssig und ja, es entwickelt sich beim Lesen ein kleines Kopfkino. Maja lässt den Leser an ihrem Leben teilhaben und man fühlt mit ihr, so dass man sich immer mal wieder dabei erwischt zu fragen: Oh nein, musste das so geschehen?
Hier und da konnte ich Parallelen zu mir und meinem Leben ziehen, die mich nachdenklich gemacht haben. Aber ich habe beim Lesen auch viel gelacht.
Vielleicht ist es auch deswegen, dass ich persönlich finde, dass "Radiergummitage" ein Buch ist, das Mut machen kann, sich den ungeliebten Zahlen des Lebens zustellen.

Hat nicht jeder von uns eine Zahl im Laufe des Lebens, die einem Angst macht? Vielleicht sollten wir genauso wie Maja, der Zahl eine Chance geben, in der wir uns Aufgaben stellen, die man immer schon mal erleben wollte. Z.B. allein verreisen, einen besonderen Kochkurs machen oder etwas Künstlerisches erschaffen um uns ein Stück weit herauszufordern. Ich zumindest fand den Grundgedanken des Buches wirklich spannend.

Kurz gefasst: Ich finde ja, dass jedes Lebensjahr an sich eine Aufgabe darstellt. Man lernt vieles dazu, lacht und liebt und ja manchmal verzeiht man auch. Hin und wieder kommt es auch zu "Radiergummitagen", die man einfach aus seinem Leben radieren möchte, aber seien wir mal ehrlich, diese Tage gehören einfach dazu; etwas was auch Maja erkennt.