Rezensionen

Schnees Bewertung 05 Sterne.png

Die Buchhändlerin Emily erlebt immer nur Chaosdates. Tief im Inneren sehnt sie sich nach einen Mann wie Dr. Darcy - der Held aus ihrem Lieblingsbuch "Stolz und Vorurteil". Ihre Kollegin möchte Emily gern an den Mann bringen und organisiert eine Reise in einen Singleclub. Voller Panik diese Reise antreten zu müssen, erfindet Emily die Ausrede eine Literaturreise in England gebucht zu haben. Kurzentschlossen bucht sie diese Reise, die sie auf die Spuren von Jane Austen bringen soll tatsächlich und findt sich wenige Tage später in England wieder.
Ihre Befürchtungen lauter Senioren in ihrer Reisegruppe zu haben, wird wahr. Um sie herum sind nur ältere Damen, doch Emily bemerkt schnell, dass diese Frauen ein aufregenderes und modischeres Leben haben als sie selbst. Ein Mann ist auch mit von der Partie. Der Journalist Spike ist in Emilys Alter und soll über die Literaturreise berichten. Anstatt froh zu sein, jemanden in der Nähe zu haben der noch keine grauen Haare hat, streiten sich Emily und Spike lieber.....

"Ein Mann wie Mr. Darcy" hat mich voll erwischt. Ich liebe dieses Buch und bin sehr froh es gelesen zu haben.

Emily ist eine wunderbare Protagonistin. Sie ist büchersüchtig, schwärmt von den Charakterstärken eines Mannes aus einem vergangenen Jahrhundert und ist einfach zu verträumt, um sich um Mode Gedanken zu machen. Sie ist unglaublich liebenswert und ihre Buchsucht lässt so manche Übereinstimmung mit dem Leser zu. Ich fühlte mich oft regelrecht ertappt, z.b als Emily mehr Bücher als Kleidung in den Koffer räumt.

Spike war mir nicht auf Anhieb sympathisch, genau wie Emily hat er mich einfach aufgeregt. So passt er aber einfach besser in die moderne Rolle des Mr. Darcy.
Jane Austens Fans können sich besonders auf Zitate aus "Stolz und Vorteil" freuen, die in das Buch verwebt wurden um die Ähnlichkeit der beiden Liebesgeschichten hervorzuheben.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt gut. Mit viel Witz und Charme führt sie den Leser durch ihr Werk.

Leser die die Ich-Perspektive ansonsten nicht so mögen, sollten sich unbedingt einen Schubs geben und das Buch trotzdem probieren- sonst verpassen sie eine wirklich einmalig schöne Geschichte. Ich hätte ewig weiter lesen können und war richtig traurig als das Buch dem Ende zuging.

Schattens Bewertung 05 Sterne.png

So nun habe ich das Buch auch fertig und kann die, im Liebesromanforum, heiß diskutierte Frage: „Ist Mr. Darcy ein sexistischer Snob?“ endlich beantworten und zwar mit einem deutlichen JA!
Will ist wirklich sexistisch und snobistisch.... aus unserer heutigen Sicht. Für damalige Verhältnisse war seine Einstellung natürlich völlig normal.
Aber würden wir das heutzutage nicht auch von einem Kerl denken, der die Meinung hat, Frauen können nur Frau und Mutter sein??

Ich fand das Buch diesbezüglich aber echt cool. Ja, Will ist und bleibt ein Traumboy, aber wie Spike (ich LIEBE diesen Namen!!!) schon sagt: „ Nur der echte Kerl bekommt das Mädchen“.
Träume sind eben nur Schäume und die Realität wirklich besser.

Solche Weisheiten mit so einem lustigem Schreibstil zu vermitteln, weist natürlich nur auf eine Punktzahl hin.

Aber vorher muss ich noch einiges loben! Zum einen finde ich die Charaktere echt toll. Jede der alten Damen war mir sehr sympathisch und hatte auch mein Mitleid.
Ebenso habe ich die Nebenliebesgeschichte zwischen Stella und Freddy echt niedlich gefunden, auch wenn der Name "Freddy" eine echte Bestrafung ist.

Spike war zwar anfangs wirklich ein A***loch aber am Schluss fand ich ihn einfach knuffig, vor allem weil ich immer an den Spike aus "Buffy" denken musste, durch den Namen, der blonden Haare und die typische spikemäßige Arroganz.
Aber na ja, ich war schon immer Fan von Buffys Spike, darum störte mich diese Ähnlichkeit seltsamerweise überhaupt nicht.

Schön fand ich aber auch all die Zitate, Parallelen, Anspielungen auf P&P (Stolz und Vorurteil), was mein Fanherz mehr als höher schlagen ließ und mich dazu verleitet hat, mal wieder das Original zu lesen.
Ich denke zwar Leutchen die P&P noch nicht gelesen haben, bzw. die legendäre BBC-Verfilmung noch nicht kennen, haben etwas Probleme alle Anspielungen zu verstehen, trotzdem ist selbst für diese Personen das Buch mehr als empfehlenswert.

Zu guter Letzt muss ich noch sagen das ich Spikes Artikel einfach klasse finde. Ebenso wie ich auch den leichten Mysteryeinschlag im Buch schön und traumhaft finde. Wer will denn nicht mal sowas erleben als Jane Austen-Fan?

Eigentlich finde ich keinen einzigen Kritikpunkt, da ja sogar das Cover mehr als schick ist!!!

Für mich einer der besten Chick-Lits seid langen Zeiten und eine der besten Interpretationen von P&P!