Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Kimbra Charlton ist englische Grenzbewohnerin und lebt nach dem Tod ihres Mannes mehr schlecht als recht zusammen mit ihrer Tochter Audra auf dem Land der Verwandten ihres Mannes.

Sie versucht sich ein wenig Geld zu verdienen, in dem sie nach einer Schlacht zwischen Schotten und Engländern die Toten ausplündert. Diese Tätigkeit bereitet ihr großen Skrupel, jedoch wird sie von ihren Verwandten dazu gezwungen.

Sie findet einen schwer verwundeten Schotten und beschließt ihn schließlich, gutherzig wie sie ist, heimlich in ihr Haus zu bringen und ihn gesund zu pflegen.

Als er wieder kurz zu sich kommt, fragt sie ihn nach seinem Namen, in der Hoffnung eventuell später eine Belohnung für ihn zu bekommen, doch der Mann hat sein Gedächtnis verloren und versinkt wieder in tiefe Bewusstlosigkeit.

Nachdem er auch noch hohes Fieber bekommt, bleibt ihr keine andere Möglichkeit mehr, als dem Anführer der Charltons mitzuteilen, dass sie einen Kranken in ihrer Hütte gesund pflegt. Wohlweislich verschweigt sie ihm jedoch dass er Schotte ist und verbreitet überall das Gerücht er sei ein Mitglied der englischen Howard Familie.

Zunächst geht ihr Plan auf und sie bekommt die Erlaubnis ihn weiter zu pflegen. Er überlebt und beide spüren immer mehr eine aufkeimende Leidenschaft füreinander. Doch es gibt noch einen weiteren Bewerber um Kimbras Gunst- Cedric Carlton, der nicht an die Geschichte vom verletzten Engländer glaubt.
Wird er herausfinden, was Kimbra vor ihm verbirgt, bevor der Schotte sein Gedächtnis wieder zurückerlangt und fliehen kann?

Dies ist nun die Geschichte über Lachlan MacLean, dem Bruder von Rory, Held des ersten Bandes dieser Reihe.
Lachlan, ist ein „tortured hero, also ein Held mit einer traurigen Vergangenheit. Schon im ersten Teil erfuhr man als Leser von seiner seelischen Pein, die ihn quälte.
Lachlan war nie ein Mann des Krieges und wollte lieber Priester werden. Doch sein Vater verweigerte ihm einst diesen Wunsch und ließ ihn genauso wie auch seine Brüder zum Krieger ausbilden. Als es jedoch hart auf hart kam, vermochte es Lachlan nicht, seinen Vater zu verteidigen, er konnte einfach nicht töten und sein Vater starb deswegen.

Im ersten Teil vertraut er sich jedoch dann am Ende seinem Bruder Rory an und will seine Schuldgefühle mindern, in dem er an Rorys Stelle mit dem schottischen König in den Krieg gegen die Engländer zieht.

Der zweite Teil knüpft nun nahtlos an den ersten Teil an und Patricia Potter beschreibt einmal mehr sehr einfühlsam Lachlans innere und äußere Heilung, die durch die sehr starke Heldin des Buches, Kimbra vorangetrieben wird.
Einem sensiblen Helden wie Lachlan muss eine Frau gegenüberstehen, die nicht nur eine starke Persönlichkeit ist, sondern auch zudem viel Herz und Einfühlsamkeit besitzt. All diese Attribute hat die Heldin und man schließt sie genau wie auch Lachlan schnell in sein Leserherz.
Die Liebesgeschichte zwischen Kimbra und Lachlan ist sehr romantisch geraten ohne zu „schwülstig“ zu sein und man hofft sehr auf ein Happy-End.

Der Autorin ist es meiner Meinung nach sehr gelungen dem Leser , eine zufriedenstellende, plausible Lösung aus der eigentlich unmöglichen Konstellation „Schotte liebt Engländerin“, zu bieten und baut zum Ende des Buches einige spannende Elemente in die Story ein, so dass man das Buch in einem „Rutsch“ lesen möchte.
Eine interessante Nebenfigur des Romans ist Audra, Kimbras Tochter, die man schnell in sein Herz schließt. Ihr Umgang mit Lachlan ist sehr rührend und verleiht dem Buch viel Wärme.
Für einen historischen Liebesroman fand ich die historische Atmosphäre allerdings ein wenig zu dürftig; das Buch hätte auch in jeder anderen Zeit spielen können. Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt den ich hier anmerken möchte.

Kurz gefasst: Ein würdiger, romantischer Nachfolger der MacNeil Reihe! Unbedingt lesen!