Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Einst gab es einen Maclean, der eine Frau vom Clan der Campbells heiratete. Doch der Maclean war ein schrecklicher Mensch, der seine Frau, um sie loszuwerden, bei lebendigem
Leib an einen Felsen im Meer kettete. Obwohl die Frau in letzter Sekunde vor dem Ertrinken gerettet werden konnte, starb sie wenig später an den Folgen der Unterkühlung und ihre verbitterte Amme sprach an ihrem Totenbett einen verhängnisvollen Fluch aus.

Von nun an, sollten sämtliche Frauen der Macleans sterben und ihre Ehemänner unglücklich zurücklassen. Und eine immerwährende Fehde zwischen den beiden Clans bestehen...

Als ein Jahrhundert später Felicia Campbell erfährt, dass ihr Onkel einen Ehemann für sie ausgewählt hat, ist sie schockiert- denn der Earl of Morneith ist menschlich gesehen alles andere als eine gute Partie. So beschließt sie impulsiv, ihren Cousin und einzigen Vertrauten Jamie Campbell zu suchen, der sich in London aufhält, um ihn um Hilfe zu bitten.
Doch leider wird sie kurz vorher abgefangen- und zwar von mehreren Mitgliedern des Maclean Clans, die eigentlich ausgezogen sind, um eine Braut für ihren Herrn, Rory Maclean zu entführen und sich in dem Glauben befinden, sie hätten Janet Cameron vor sich.

Sie bringen Felicia zu Rory, der sehr aufbrausend reagiert, als er von dem eigenmächtigen Vorhaben seiner Männer erfährt. Er beschließt, die entführte Frau gleich am nächsten Tag zu den Camerons zurückzubringen. Doch dann findet er sie am nächsten Morgen stark erkältet und mit Fieber vor. Rory muss seine Pläne zunächst verschieben, bis sie sich wieder erholt hat.

Während der Genesung von Felicia/Janet, denn sie verschweigt den Macleans wohlweislich ihren wahren Namen; immerhin sind die Campbells und die MacLeans immer noch erbitterte Feinde, kommen sich beide näher. Rory und Felicia fühlen sich zueinander hingezogen und selbst Rory, der nachdem er bereits zwei Ehefrauen zu Grabe tragen musste, nie wieder eine Frau heiraten möchte, kommen langsam Zweifel an seinem Schwur.

Doch dann erfährt Rory wer Janet wirklich ist! Zudem gerät auch noch ihr Cousin Jamie in seine Gewalt. Was soll er tun? Kann er eine Frau nur deswegen verurteilen, weil sie einem verfeindeten Clan angehört und soll er Jamie Campbell für die Sünden seiner
Vorfahren büßen lassen?

Der erste Teil der neuen Schottlandreihe von Patricia Potter, handelt zwar, wie auch unzählig andere Highlanderromances von Clanfehden und jahrelangem Hass zwischen zwei schottischen Clans; von einem Fluch und von zwei Liebenden, die aufgrund ihrer Clanangehörigkeit niemals ein Paar werden dürften, (hier dürften sich dem Leser im weitesten Sinne Vergleiche zu Shakespeares „Romeo und Julia“ aufdrängen) jedoch ist es der Autorin meiner Meinung nach wunderbar gelungen, eine völlig eigenständige, glaubwürdige Geschichte aus dem Thema zu machen.

Der Grund dafür ist nicht nur Potters wie immer gelungener Schreibstil. Die Autorin legt auf die Charakterisierung der Romanfiguren in ihren Büchern immer sehr viel Wert. Held und Heldin zeigen von Anfang an eine gewisse Reife, wachsen an ihren Aufgaben innerhalb ihres Spielraums und geben auch Fehler zu. Das macht die Figuren sehr sympathisch. Auch die Dialoge, die in dem Buch zwischen dem Heldenpaar ausgetauscht werden, sind nie nichtssagend, sondern immer sehr feinfühlig dargeboten und verleihen dem Roman eine gewisse Sensibilität und Tiefe.

Kurzgesagt, man nimmt der Autorin die Geschichte ab. Die Art und Weise wie Patricia Potter die eigentlich „unmögliche“ Beziehung zwischen beiden zu einem guten Ende kommen lässt, ist durchaus glaubwürdig geraten.
Der Grund für einen Stern Punktabzug liegt an den vielen Längen, die dieser Roman aufweist.

Das Buch ist keinesfalls langweilig- so will ich das nicht sagen, jedoch neigt Patricia Potter meiner Meinung nach (und auch viele andere Autoren) oftmals dazu, einfach zu viele Nebenhandlungen und Geschehnisse und Dialoge, die nicht wirklich wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte sind, einzubauen. So sehr wie ich die Romane der Autorin auch schätze, denn sie heben sich deutlich von durchschnittlicher Liebesromankost ab, weniger wäre hier mehr gewesen! 100 Seiten weniger hätten dem Buch nur gut getan. Allerdings ist der „Showdown“ am Ende des Romans sehr spannend und versöhnend.

Kurz gefasst: Ein erwachsener, sensibler Schottlandroman!