Rezensionen

Tinas Bewertung 04 05 Sterne.png

Eleanor Prescotts Buch "Alice Browns Gespür für die Liebe" erzählt von der Liebe und ihren Tücken und davon, dass Amor manchmal ein paar Pfeile mehr braucht, um endlich sein Ziel zu erreichen.

Alice ist wie das "hässliches Entlein" das zum "schönen Schwan" wird, wenn man sie lässt - was ihre herrische Chefin am liebsten verhindern würde. Aber es gibt da jemanden, der schon lange weiß, wie hübsch Alice ist und wie viel Potenzial in ihr steckt.

Die Geschichte wird aus der Sicht mehrerer Personen erzählt. Davon sind nicht alle auf der Seite von Alice, war einem als Leser ganze besondere Einblicke gewährt.
Alice selbst, macht es einem leicht, sie mit ihren Charme und ihre liebenswerte Art zu mögen. Und so wie die sympathische Alice ihre Gegenspieler ausgleicht, so halten sich auch Liebe und Neid in der Geschichte gekonnt die Waage.

Eleanor Prescott schreibt flüssig und ja, man kann förmlich in der Geschichte versinken, die sich wie ein angenehmer Kokon anfühlt und zum Lachen und Schmunzeln, aber auch gerne mal zum Kopfschütteln über die Unvernunft der Figuren einlädt.

Und wer schon immer mal etwas mehr über die Partnervermittlung erfahren wollte, ist ebenfalls mit dieser Geschichte gut bedient, auch wenn man es sich sehr genau überlegen sollte, ob man Amor so in sein Handwerk pfuschen möchte. Dabei kann so verdammt viel schief gehen.

Kurz gefasst: Amors Liebeshelfer, die auch manchmal mehrere Anläufe brauchen, um ihr eigenes Glück zu finden. Ein wunderbares Leseerlebnis, das man nicht missen sollte und für mich zudem eine neue Autorenentdeckung.

Chris' Bewertung 04 Sterne.png

Die eher unscheinbare und linkisch wirkende Alice Brown ist eine Träumerin. Sie liebt ihren Garten, fährt mit einem alten Rad und arbeitet in einer Partnerschaftsagentur. Von ihren Kolleginnen wird sie meist belächelt, von ihrer fürchterlichen Chefin Audrey drangsaliert. Doch Alice ist glücklich, wenn sie die richtigen Menschen zusammenbringen kann. Und dafür hat sie eben das richtige Gespür.

Ihre Welt gerät jedoch aus den Fugen, als man sie zu einem Ball einlädt und sie dort Audreys Mann John kennenlernt. Allerdings hat die herrische Audrey ein dunkles Geheimnis. John ist nur ein bezahlter Begleiter; von großer Liebe und Ehe keine Spur. Doch Audrey hat es sich in den vielen Jahren, in denen sie schon diesen Service nutzt, eingeredet.

Außerdem muss Alice auch noch eine neue Kundin – Kate – an den richtigen Mann bringen. Dies gestaltet sich jedoch sehr schwierig, da Kate extrem hohe Ansprüche hat und mit keinem der vorgeschlagenen Partner zufrieden ist. Und Kate selbst schlägt sich auch noch mit ihrer Freundin Lou herum, die dieses Projekt mit Argwohn, aber auch wachsender Eifersucht beobachtet.

Mit der Figur Alice Brown hat Eleanor Prescott eine wirklich entzückende, obgleich auch eine etwas naive Romanheldin erschaffen. Zweites sieht man der Heldin jedoch nach, weil sie einfach ein wirklich sympathischer und liebenswerter Charakter ist. Man leidet mit Alice mit, wenn sie von ihrer Chefin ungerecht behandelt wird, oder aber sich in Bezug auf John total unsicher und gehemmt verhält.

Auch John ist ein toller Charakter und man mag ihn. Zwar wird er als extrem gutaussehend beschrieben, verkommt aber zu keiner Zeit zur Überfigur. Denn auch John hat sein Päckchen zu tragen und hat so manche Geheimnisse, die im Laufe der Geschichte aufgedeckt werden.

Neben den Hauptakteuren gibt es eben Audrey, Kate und Lou. Und schnell erkennt man, dass im Grunde die Geschichte aller vier Frauen erzählt wird und wie sich ihr Verhältnis zueinander im Laufe der Story verändert.

Vermutlich wollte die Autorin auch die unterschiedlichen Aspekte der Liebe, Erwartungen und Möglichkeiten aufzeigen. Das ist ihr auch wirklich sehr gut gelungen. Kate begreift, dass sie von ihrem hohen Ross heruntersteigen muss, Lou erkennt dass sie sich so lange unter Wert verkauft und das Leben viel mehr zu bieten hat. Und Audrey muss auf sehr schmerzliche Art und Weise erleben, wie ihre Welt sich völlig verändert und welchen Illusionen sie eigentlich aufgesessen ist.

Insgesamt hat mir das Buch sehr, sehr gut gefallen. Es hat leider ein paar Längen und ich hätte mir mehr über Alice und John gewünscht. Zwar wird deren Romanze wirklich sehr schön beschrieben, aber für die volle Punktezahl fehlte mir einfach das Tüpfelchen auf dem I. Für ein Debüt ist der Roman jedoch sehr gut geraten und wird jedes romantische Herz erfreuen können.

Kurz gefasst: Eine entzückende Heldin findet den Mann fürs Leben und muss sich dabei durch Intrigen behaupten und in der Welt der Partneragenturen behaupten.