Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Das Buch "Das geheime Tagebuch der Miss Miranda" von Julia Quinn zu lesen, war eine spontane Entscheidung. So spontan, dass ich mich noch nicht einmal bzgl. der Eckpunkte der Geschichte vorinformiert hatte.

Ich bin nicht besonders gut im Namen merken und anscheinend lese ich auch viel zu viele Romane dieser Art, denn während der 100 ersten Seiten dachte ich doch tatsächlich, ich hätte den 2. Teil der "Two Dukes of Wyndham"-Serie in Händen. Erst als ich so gar keine Verbindungen zur "Two Dukes of Wnydham"-Serie aufbauen konnte, der Hintergrund und die Idee der Geschichte, die ich so klasse fand, so vollkommen fehlte, wurde auch mir klar, dass ich vollkommen falsch lag.
Bei "Das geheime Tagebuch der Miss Miranda" handelt es sich natürlich um den 1. Teil der Bevelstokes!

Im Nachhinein kam ich mir zwar ganz schön dumm vor, es hat mir jedoch auch ziemlich deutlich vor Augen geführt, wie auswechselbar ich die Geschichte empfand.
Beim Lesen bewegt man sich auf vertrauen "Julia Quinn"-Pfaden, die immer wirklich nett zu lesen sind und zudem enthält das Buch eine Reihe wirklich amüsant beschwingter Dialoge und sehr sympathischer Charaktere.

Dieser 1. Teil der Bevelstokes weiß also durchaus zu unterhalten. Und doch hat das gewisse Etwas gefehlt, das mich bei anderen Geschichten der Autorin so angesprochen hat und dass ich in "Das geheime Tagebuch der Miss Miranda" nicht finden konnte.

Allerdings empfand ich die Heldin Miranda als viel zu jung und in gewisser Weise zu naiv und zu unerfahren, für einen durch eine vorangegangene Beziehung so verletzten Helden wie Turner. Zwar legt sie einen durchaus bezauberndes (und sympathisches) altkluges Gebaren an den Tag, doch fand ich, dass ihre unschuldige und reine Mädchenschwärmerei - die mir, und das nur nebenbei erwähnt, zum Teil ganz schon auf die Lesenerven ging - einfach nicht das richtige "Heilmittel" war. Ich persönlich empfand ihre Beziehung nicht als stimmig und Julia Quinn konnte mich zu keinen Zeitpunkt der Geschichte vom Gegenteil überzeugen.

Mit dem Helden Turner ging es mir ähnlich. Auch er kam mir viel zu jung vor und ich konnte zudem nicht verstehen, dass er sich sofort wieder in eine Beziehung gestürzt hat, anstelle erst einmal ein bisschen Dampf abzulassen. Nach der Enttäuschung die er erlebt hatte, hätte er erst einmal erwachsen werden sollen.
Da mir jedoch in beiden Fällen die Figuren sehr sympathisch waren und ich mich beim Lesen im Großen und Ganzen gut unterhalten habe möchte ich dem Buch eine 4 Punkte Bewertung geben.

Kurz gefasst: Amüsante Dialoge und sympathische Charaktere boten mir einen unterhaltsamen Lesegenuß, mit einer netten, aber auch austauschbaren und belanglosen Geschichte, der das gewisse Etwas fehlte.

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

An dem Tag, als die zehnjährige Miranda ihre beste Freundin Olivia besucht, weil diese ihren Geburtstag feiert, geschehen gleich zwei Begebenheiten, die Miranda auch noch nach Jahren im Gedächtnis bleiben werden.
Zum einen wird ein Streitgespräch zwischen Miranda und einem anderen Mädchen dafür sorgen, dass Miranda den Namen Fiona für immer hassen wird und zum anderen verliebt sie sich unsterblich in Olivias älteren Bruder Nigel, von allen auf seinen Wunsch hin nur "Turner" genannt, der sie nach dem Streit mit Fiona tröstet und sie dazu verleitet, Tagebuch zu führen.

Jahre und viele vollgeschriebene Tagebücher später scheint es, als ob Turner Miranda nur als platonische Freundin schätzt, wobei ihm besonders ihr sarkastischer Humor gefällt. Und zu Lachen hat Turner nicht sehr viel, denn er muss eines Tages seine Frau Leticia beerdigen, die ihm in ihrer sehr kurz andauernden Ehe untreu war und aus dem feinfühligen jungen Mann von einst, einen absoluten Zyniker gemacht hat.

Nie wieder will Turner den Fehler begehen zu heiraten, daher wundert es ihn um so mehr, dass er nicht nur damit beginnt, sich in Mirandas Nähe immer wohler zu fühlen, sondern sie auch sexuell zu begehren.
Am Tag der Beerdigung von Leticia treffen beide abends in seinem Elternhaus zusammen und Mirandas unverblümte, direkte Art bringt Turner dazu, aus sich herauszugehen und sich Miranda zu offenbaren. Sie treibt ihn jedoch so in die Enge bei ihrem gemeinsamen Gespräch, dass er sie küsst. Miranda ist völlig verwirrt, zwar liebt sie Turner schon seit Jahren, doch eigentlich hatte sie nie geglaubt, dass Turner ihre Gefühle erwidern könnte.

Doch Turner macht ihr schnell klar, dass er nicht mehr an die echte Liebe glauben kann. Ein Umstand der Miranda fast verzweifeln lässt. Werden beide zueinander finden, oder wird sich Miranda am Ende für Turners jüngeren Bruder entscheiden?

Irgendwie verbindet man mit jedem Autor/jeder Autorin bestimmte Romanfiguren oder auch Serien, die einem sehr gut als Leser gefallen haben. Bei Julia Quinn´s Bridgertons war ich anfangs sehr zwiegespalten, denn ihre ersten Teile der Bridgerton-Reihe waren gar nicht so sehr mein Fall. Aber meiner Meinung nach hat es die Autorin tatsächlich geschafft, sich von Band zu Band zu steigern und mich doch noch zu einem Fan ihrer Bücher zu machen. ;-)Um so gespannter war ich nun darauf den ersten Roman nach der "Bridgerton-Reihe" zu lesen.
Und wieder hat mich Julia Quinn positiv überrascht. Selbst ohne ihre beliebte Romanfamilie funktioniert ihr Schreibkonzept und hat mir zwei wunderbare Lesestunden beschert.
Allerdings empfand ich "Für immer und ewig Viscount" als noch eine Spur gefühlvoller und ans Herz gehender, als ihren letzten, eher sehr spritzigen Roman "Hochzeitsglocken für Lady Lucy".

Ich liebe Romane, die mich berühren können, leider haben das in letzter Zeit nicht allzu viele Liebesromane bei mir geschafft, doch dieser hier ist wirklich etwas ganz Besonderes, den ich allen Liebesromanfans nur wärmstens empfehlen kann.

Schon allein die Geschichte ist sehr süß; ein kleines, eher durchschnittlich aussehendes Mädchen, das von dem Bruder ihrer besten Freundin getröstet wird und sich dann in ihren "Helden" verliebt. Aber, im Gegensatz zu anderen Romances vermeidet Julia Quinn hier eine eher romantisch verklärte Heldin, die den Helden ständig anhimmelt.

Stattdessen ist Miranda eher ein nüchterner, intelligenter weiblicher Charakter, mit einem starken Hang zum Sarkasmus und jede Menge an Temperament gesegnet, die den Helden nicht mit ihrem Äußeren betört, sondern vor allem mit ihren charakterlichen Attributen.

Turner ist zwar auf den ersten Blick ein typischer Liebesromanheld, der ein wenig "tortured" ist, (was er seiner verstorbenen Ehefrau zu verdanken hat) doch er hat sich trotz allem sein Ehrgefühl und Gewissen erhalten, was ihn sympathisch für den Leser macht.
Selbst seine Entscheidung sich nie wieder einer Frau ganz und gar "auszuliefern" bzw. ihr seine Liebe zu gestehen ist plausibel erklärt und man bringt Verständnis für seine Lage auf, dass er sich so lange "ziert".

Aber auch Mirandas traurige Stimmungen berühren und man fiebert bis zum Schluss mit, ob es doch noch eine Chance auf wahre Liebe zwischen beiden geben kann.Trotzdem nehmen die dramatischen Stimmungen nicht zu viel Raum ein- für humorvolle Szenen sorgen besonders Mirandas und Turners spitze Rededuelle.

Kurz gefasst: Hier stimmt einfach alles! Eine romantische und berührende Story, ein liebeswertes Heldenpärchen und eine interessante Nebenakteurin (Olivia), die schon neugierig auf den zweiten Teil der neuen Reihe macht.

I.K.s Bewertung 04 05 Sterne.png

Miranda verliebt sich schon mit zehn Jahren in Turner (der eigentlich Nigel heißt aber auf keine Fall so genannt werden will), den neun Jahre älteren Bruder ihrer besten Freundin Olivia. Sie, die nicht besonders hübsch ist, wird auf dem Geburtstag der Freundin von einem Mädchen gehänselt. Später bringt Turner sie nach Hause. Er schafft es mit wenigen liebenswerten Worten Miranda zu trösten. Außerdem rät er ihr, Tagebuch zu führen. Dann könnte sie später, wenn sie erwachsen ist, über diesen Tag lachen. Ihr erster Eintrag ist dann besagter Satz: "Heute habe ich mich verliebt".

Neun Jahre später. Aus Turner ist ein zynischer, verbitterter Mann geworden. Eine unglückliche Ehe hat ihn dazu werden lassen. Und obwohl er Miranda begehrt, will er ihren Ruf nicht zerstören, da Turner sich geschworen hat, nie wieder zu heiraten.

Gestern gekauft und in einem Rutsch durchgelesen! Dieser Quinn-Roman ist anders, als alle, die ich vorher von ihr gelesen habe.

Der Schreibstil ist zwar gewohnt leicht, das Buch flüssig zu lesen und auch blitzt immer wieder Humor durch.
Allerdings ist die Geschichte irgendwie schon ernster. Sie ist bittersüß. Und das gefällt mir!

Turner ist nicht der übliche strahlende Held. Er hat auch ein paar nicht so nette Seiten. Ab und zu ist er schon sehr überheblich. Aber das macht ihn für mich sympathisch. Gerade am Anfang fand ich ihn total lieb. Wie er mit dem kleinen unglücklichen Mädchen umging, war so süß. Miranda hat mir gefallen.

Sie ist keine strahlende Schönheit, nicht übermäßig naiv und auch nicht immer das brave Mädchen. Sie ist zwar zurückhaltend, aber trotzdem sagt sie häufige ihre Meinung ganz unverblümt.

Die Ausgangssituation fand ich sehr niedlich – als kleines Mädchen verliebt in den großen Bruder der Freundin…. das kenne ich selbst aus Erfahrung. ;-)
Die Liebesszenen sind dezent und passend. Hat mir gefallen. Nett auch die immer wieder eingeflochtenen Tagebucheinträge von Miranda - passend zum jeweiligen Abschnitt der Geschichte.

Nur eins hat mich gestört – die Missstimmung am Schluss, die ich völlig unnötig fand. Warum war es Miranda so wichtig zu hören, dass Turner sie liebt? Er hat durch sein ganzes Verhalten und durch seine Taten jeden Tag bewiesen, dass es so ist. Warum hat sie das nicht gemerkt? Ein wenig Geduld hätte ihr viel Kummer erspart. Vor allem weil sie wusste, dass Turner eigentlich nicht mehr heiraten wollte und sie ja erst mal nur aus Ehrgefühl geheiratet hat. Trotzdem sind die ersten Monate ihrer Ehe durchaus glücklich.

Und Turner – warum zögert er so lange ihr genau diese Worte zu sagen. Er hat es die ganze Zeit geahnt – nur hat er diesen Gefühlen nicht vertraut. Er hat sich das Leben wirklich unnötig schwer gemacht.

Nebenfiguren gibt es nicht sehr viele. Sie bleiben zum größten Teil eher blass. Einzig Olivia (ihre Geschichte wird in "What happens in London" erzählt) wird etwas genauer beleuchtet.