Rezensionen

Ankes Bewertung 02 05 Sterne.png

Um der Braut einen Gefallen zu tun, ist Hugh Prentice entschlossen Lady Sarah Pleinsworth während der Hochzeitsfeierlichkeiten der Schwester seines Freundes Daniel, Honoria, als seine Begleitung zu akzeptieren.

Dabei sind weder er noch Sarah, unter deren scharfen Beschuss er seit seinem Duell mit Daniel steht, besonders erpicht darauf. Doch es ist scheinbar so oft, wie es gesagt wird: Was sich liebt das neckt sich.

Und er sich Hugh recht versieht, entbrennt er für Sarah und sie für ihn. Doch wegen eines vertrackten Vertrages, den er einst zum Schutz seines Freundes Daniel mit seinem Vater schloss, scheint gemeinsame eine Zukunft nicht möglich.

Wann immer mich die Leseunlust gequält hat oder ich neue Historical-Leselust in mir entfachen wollte, habe ich einen Julia Quinn zurate gezogen. Denn für mich steht/stand die Autorin und ihre Geschichten für gute, amüsant, und romantische Liebesromanunterhaltung, die mich immer aufzumuntern vermochte.

Doch nach mit diesem 3. Teil ihrer "Smythe-Smith Quartet"-Serie, von der ich so viel erwartete hatte, nach den vielen wundervoll-amüsanten Begegnungen mit den unmusikalischen Cousinen, in Büchern anderer Serien der Autorin, bin ich mehr als ernüchtert. Im Grunde erkenne ich die Autorin, die ich so liebe, auch nicht wirklich in diesen Geschichten um die "Smythe-Smith" wieder.

Und "Mein wildes, ungezähmtes Herz" ein der bisherige Tiefpunkt dieser Abwärtsspirale. So ein langweiliger und vor allem zu Ende (w)irrer Quinn-Roman, ist mir bisher noch nicht untergekommen.
Oh, alles fing eigentlich alles vielversprechend an, denn es gab zunächst ein luftig-lockeres voranschreiten der Geschichte, eine ordentliche Prise Temperament vonseiten der Charaktere und unterhaltsame-stachelige Konversationen, die mir immer wieder ein kleines Lächeln entlocken konnte.

Doch dann kam schnell nichts mehr weiter. Denn nachdem sich Sarah dazu entschlossen hat Hugh zu mögen, bzw. sich zu verlieben - woher das auch immer gekommen sein mag - wurde die Geschichte tröge und langweilig. Und Sarah wurde tröge, langweilig und löste sich dann praktisch auf.
Ich hatte schwer zu kämpfen weiterzulesen und wenn ich der Autorin nicht so treu ergeben wäre hätte ich das vielleicht auch getan. Aber ich bin nun mal ein Julia Quinn Fan und bis zum Ende tapfer an ihrer Seite verweilt.

Aber was für ein Ende das war. So was Abstruses habe ich ja noch nicht in einem Buch gefunden, in dem vorne Julia Quinn darauf stand. Immerhin durfte sich hier Sarah nochmal aus der Dekoration herauslösen, zu der sie verblasst war und dann doch noch etwas Temperament zeigen; was jedoch die äußerst seltsame Schmierentragödie, die ich dort lesen musste, nicht wirklich verbessern konnte und Sarah schlicht irre dastehen ließ.

Hugh, nun der war tatsächlich von Anfang an einfach nur langweilig. Und das war wirklich das Schlimmste. Denn dieser Charakter, hätte er ebensolchen zeigen dürfen, hätte wirklich interessant sein können. Aber nein, er schlug, ohne Übergang, von mürrisch verstockt, zum Schwiegermutter-Traum um; habe ich schon mal erwähnt, dass "Schwiegermutter-Träume" nicht gerade zu meinen Lieblingshelden zählen, sondern ich sie vielmehr furchtbar langweilig finde?

Kurz gefasst: Wie auch immer, für den netten Anfang gibt es 2 Punkte und da der Rest gerade mal einen halben dazugewinnen kann, bleibt es bei einem "Unbefriedigend" von mir für diesen Liebesroman.

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Lady Sarahs Cousine, Honoria Smythe Smith heiratet, doch so sehr sich Sarah auf dieses Ereignis freut, der Haken an der Sache macht ihr schwer zu schaffen. So bittet Honoria sie, sich bei den Hochzeitsfeierlichkeiten um einen Freund ihres zukünftigen Gatten zu kümmern. Dumm nur, dass dieser Freund kein geringerer als Hugh Prentice ist, der sich seinerseits vor Jahren ein Duell mit Honorias Bruder Daniel lieferte, was dazu führte, dass Daniel lange Zeit auf der Flucht vor Hughs rachsüchtigem Vater sein musste. Aber nicht nur Daniel litt in dieser Zeit, die für die Smythe Smith Familie nicht einfach war. Auch Sarahs Zweig der Familie bekam die Missbilligung des tons zu spüren, was dazu führte, dass sie auf ihre Saison verzichten musste und nun immer noch unverheiratet ist.

Daher hegt sie Hugh gegenüber keine freundschaftlichen Gefühle. Was dieser ziemlich egoistisch von Lady Sarah findet, denn schließlich wurde auch er bei besagtem Duell schwer verletzt und hinkt seitdem. Auch Hugh möchte Sarah am liebsten aus dem Wege gehen, doch leider sind sowohl Hugh als auch Sarah zwei Menschen, die gegebene Versprechen sehr ernst nehmen und so müssen sie sich zähneknirschend miteinander arrangieren. Denn es gilt, bis sich beide „Auf nimmer Wiedersehen“ sagen können, noch eine weitere Hochzeit zu überstehen…

Nach „Mit List und Küssen“ und „Ein Earl mit Mut und Leidenschaft“ erzählt Julia Quinn in dem dritten Teil ihrer „Smythe Smith“ Serie nun die Geschichte von Sarah Pleinsworth, die eine Cousine der Smythe Smith Geschwister ist. Auch Sarah hat quirlige und manches Mal auch neunmalkluge, jüngere Schwestern, die ihr im Laufe der Geschichte gerne das Leben schwer machen. Doch Sarah ist ebenfalls nicht einfach, so hat sie, auch wenn sie durchaus auch liebeswürdige Eigenschaften besitzt, einen Hang zum Diskutieren und Streiten und legt dann und wann, recht egoistische Züge an den Tag. Diese negativen Eigenschaften zeigt sie besonders, wenn Hugh in der Nähe ist, der ihre Abneigung teilt.

Beide liefern sich zunächst, in typischer Julia Quinn Manier viele spitzzüngige und auch amüsante Wortduelle, doch leider blieb es mir bis zuletzt unerklärlich, warum sich Hughs Meinung über Sarah plötzlich wandelt. Sexuelle Anziehungskraft reichte mir da nicht aus, was auch für Sarahs plötzliche Hilfsbereitschaft, die sie in Hughs Nähe an den Tag legt, gilt. Zudem könnte man, wenn man Julia Quinns Romances weniger gewogen ist, anmerken, dass eigentlich nicht viel Storyline enthalten ist. Außer der typischen familiären Wohlfühlatmosphäre und sympathischen und auch zum Teil schrulligen Charakteren, und nicht zu vergessen den humorigen Dialogen (toll übersetzt!), bekommt man als Leser diesmal nicht so viel geboten, wie ich es mir im Vorfeld gewünscht hätte. Dabei hätte besonders Hughs familiärer Hintergrund sehr viel Potential gehabt. Hughs Probleme (und damit beziehe ich mich nicht nur auf seine Beinverletzung) werden mir hier leider zu lapidar abgehandelt, da hätte die Autorin meiner Meinung nach mehr in die Tiefe gehen müssen.
So empfand ich „Ein Lord mit Herz und Verstand“, als unterhaltsame, leichte und amüsante Historical Romancekost, bei der ich mir mehr Tiefgang gewünscht hätte, die aber dennoch ihre netten Momente hat.

Kurz gefasst: Unterhaltsame, humorige, aber auch leider für meinen Geschmack, streckenweise etwas zu softe Liebesromankost.