Rezensionen

Lenyas Bewertung 05 Sterne.png

Gregory Bridgerton hat das Gefühl, als sei er nun endlich bereit, die Frau seines Lebens zu finden. Da all seine älteren Geschwister glücklich verheiratet sind, glaubt er an die Liebe und ist sich sicher, dass sie ihn wie ein Schlag treffen wird, sobald er der Richtigen gegenüber steht.

Das trifft dann auch ein, als er Miss Hermione Watson trifft, die ihn mit ihrer Schönheit überwältigt. Mit den bewährten Methoden begibt er sich an die Werbung, doch da ist er weder der Erste, noch der Einzige. Hermione wird von vielen Männern umschwärmt, und ihre Freundin Lucy schüttelt über Gregorys Bemühungen nur den Kopf. Da sie sich aber wünscht, dass Hermione einen guten Mann bekommt, beschließt sie, Gregory zu helfen. Dass dabei ihre eigenen Gefühle ins Spiel kommen würden, hat sie nicht erwartet…

Ich konnte nur wieder einmal feststellen: Ich liebe Julia Quinns Bücher!. Bisher habe ich ihre Bridgerton -Romane kreuz und quer gelesen, was dem Genuss aber keinen Abbruch getan hat. So musste ich den neusten und letzten Bridgerton-Roman auch sofort lesen, als ich ihn in die Finger bekommen habe.

Wer schon mal einen Bridgerton gelesen hat, weiß, dass sich trotz Julia Quinns einzigartigem Schreibstil ihre Plots häufig wiederholen. Doch mit diesem Buch hat sie mich wirklich überrascht. Es hat eine ganz eigene Struktur und mehrere überraschende Wendungen. Ich konnte richtig mitfiebern und mitfühlen. Die Liebesgeschichte ist ganz wunderbar geschildert. Gregory Bridgerton kennt man aus den früheren Romanen der Serie teilweise noch als Kind und ich war ganz entzückt darüber, wie er sich entwickelt hat. Er muss hinter seinen Brüdern keinesfalls zurückstehen, sondern hat sich zu einer meiner Lieblingsfiguren in der Serie gemausert.

Auch Lucy empfand ich als unheimlich sympathischen Charakter. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und kann sich behaupten, verliert dabei aber niemals ihren Anstand. Sie ist immer eine Lady.
Was ich generell bei Julia Quinn schön finde ist, dass sie auch ihre Nebenfiguren Leben einhaucht. Sie bekommen Charakter und sind nicht nur zur Zierde da. So ist Hermione nicht einfach nur Lucys schöne Freundin, sondern man lernt sie richtig kennen und erfährt, warum Lucy sie so mag.

Ganz anders als die bisherigen Bridgertons ist dieser Roman auch richtig spannend. Ein Pageturner, wie ich ihn nicht erwartet hatte, als ich das Buch gekauft habe. Ich kann nur soviel verraten: Es gibt Entwicklungen in diesem Buch, die man so nie erwartet hätte, und bei denen man sich fragt: Wie wollen die Protagonisten da nur wieder heraus kommen? Doch natürlich fällt Julia Quinn auch hier wieder ein ganz wunderbares Ende ihrer Geschichte.

Ein ganz und gar wunderbarer Abschluss der Bridgerton-Serie, wie er nicht besser hätte gelingen können! Absolut empfehlenswert!

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Lucinda Abernathy ist es gewohnt im Schatten von ihrer Freundin Hermione Waston zu stehen. Doch weil Hermione ihr eine aufrichtige Freundin ist, macht ihr das kaum etwas aus. Um im Fall von Gregory Brigderton kommt ihr das sogar zugute.

Hermione glaubt nämlich unsterblich und endgültig in den Sekretär ihres Vaters verliebt zu sein; eine Liebe, die für die Tochter eines Adeligen keine Erfüllung finden kann. Lucy kann ihre Freundin einfach nicht offenen Auges in eine solche Verbindung rennen lassen. Doch der so offensichtlich in Hermione vernarrte Gregory Brigderton wäre eine gute Wahl. So macht sich Lucy daran Gregory einen Weg zu Hermiones Herzen zu zeigen und verliebt sich selber in ihn.

Gregory Brigderton ist sich nicht sicher, ob er der Hilfestellung der enervierenden Lucy folgen soll, doch wenn es ihm am Ende die Hand und die Liebe von Hermione Waston einbringt, soll ihm jedes Mittel recht sein. Doch warum er in der Folge ihrer gemeinsamen Strategie um Hermiones Gunst, Lucy immer wichtiger wird, wird ihm erst klar, als es (fast) schon zu spät ist!

Ich habe es geschafft, über 10 Jahre nach ihrem Erscheinen, habe ich die „Bridgerton Familien Saga“ von Julia Quinn endlich lesetechnisch komplettiert! Für mich bedeutet das, dass für mich Julia Quinn, zumindest auf die Bridgertons bezogen, über die Jahre hinweg nichts an ihrer Aktualität eingebüßt hat.

Ich denke, es lag vor allem an der Leichtigkeit mit der dieser Abschlussband erzählt wird, warum ich „Hochzeitsglocken für Lady Lucy“ so unterhaltsam zu lesen fand. Zwar fand ich die intimen Szenen im Buch als zu routiniert abgehandelt, etwas was mir bereits in anderen Büchern der Serie aufgefallen ist; rühmliche Ausnahme war hier meiner Meinung nach „Ein hinreißend verruchter Gentleman“ (Francescas Geschichte); doch die flott erzählte und durchaus turbulente Geschichte hat dieses Manko für mich wieder ausgeglichen.

Vielleicht hätte ich mir etwas mehr Temperament für die Heldin gewünscht. Letztendlich muss ich jedoch zugeben, dass Julia Quinn mit ihren Charakterisierungen am Ende beiden Charakteren gerecht wird. Denn hätte die Autorin Lucy die ganze Arbeit machen lassen, hätte entweder Gregory ein anderer Charakter sein müssen oder nicht wachsen können.

Kurzgefasst: auch wenn nicht immer alles eitel Sonnenschein war, so hat es doch auch bei mir wie „geflattert“, wie Hermione sich ausdrücken würde, die Bridgerton-Reihe wird immer einen besonderen Platz in meinem Liebesroman-Leserherzen haben.