Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Eloise Bridgerton ist eine leidenschaftliche Briefeschreiberin. Als sie eines Tages erfährt, dass eine Verwandte von ihr plötzlich verstorben ist, setzt sie sich sogleich an ihr Schreibpult um ein Kondolenzschreiben aufzusetzen. Als sie daraufhin eine Antwort des Witwers bekommt und als Beilage eine gepresste Blume, ist ihre Neugier geweckt. Schnell entwickelt sich eine Brieffreundschaft, die nach einer Weile immer inniger wird. Eines Tages erhält Eloise eine Einladung von Phillip. Sie soll ihn auf seinem Anwesen besuchen und bei gegenseitiger Sympathie würde er, falls Eloise einwilligt, sogar eine Heirat in Erwägung ziehen.

Spontan und ein wenig überstürzt reist die neugierige Eloise zu Phillips Anwesen ohne eine Anstandsdame mitzubringen. Dort angekommen, erlebt sie zuerst eine Überraschung. Phillip sucht in erster Linie eine neue Frau für seine beiden Kinder. Außerdem ist Phillip erstaunt über ihr ansprechendes Äußeres- hatte er doch insgeheim eine alte, unansehnliche Jungfer erwartet. Auch scheint Phillip auf den ersten Blick gar nicht so sympathisch und wortgewandt zu sein, wie es ihr in den Briefen erscheint. Zu allem Überfluss entpuppen sich die beiden Kinder ebenfalls kleine Ungeheuer und Eloise ist schon versucht, wieder abzureisen. Doch dann spielen ihr die beiden Kinder einen Streich und Eloise schwört Rache. ;-)

Sie beschließt vorerst zu bleiben und freundet sich schließlich mit den Kindern an, die froh sind, dass sich endlich wieder jemand außer dem Kindermädchen, um sie kümmern möchte. Denn ihr Vater ist ein ziemlicher Eigenbrödler und hat sie unabsichtlich mehr oder weniger aus seinem Leben ausgeschlossen. Eloise möchte der kleinen Familie helfen und bemüht sich nach Kräften. Doch eines Tages bekommt Phillip Besuch von aufgebrachten Bridgertonbrüdern. Sie bestehen auf eine baldige Heirat, um Eloise vor einem Skandal zu schützen. Wird sich Eloise ihren Brüdern beugen und was empfindet Phillip wirklich für sie?

Ich gestehe, dass ich keineswegs ein Fan von Julia Quinn Romanen bin. Zwei Teile der Bridgertonreihe habe ich daher nach der Hälfte weggelegt, weil sie mich nicht fesseln konnten. Doch dieser Teil der Reihe ist wirklich sehr nett und verspricht kurzweilige, locker flockige Unterhaltung. Es ist zwar kein Meilenstein der historischen Liebesromane, aber ich würde ihn schon empfehlen. Eloise fand ich zwar zeitweilig etwas naiv, aber es war noch zu ertragen. Meine Lieblingsfiguren in dem Roman waren die beiden Kinder des Hauptprotagonisten. Und ihre Streiche waren schon einfallsreich. ;-) Wer also die Bridgertons mag, dem wird auch dieser Teil der Reihe gefallen...

Kerstins Bewertung 03 05 Sterne.png

Eloise Bridgerton, bekannt und gefürchtet für ihre scharfe Zunge, ist unzufrieden mit ihrem Leben. Mit ihren 28 gilt sie als Alte Jungfer, doch das hat sie bisher nie gestört. Schließlich ist es nicht so, dass es ihr an Anträgen gemangelt hätte, sie hat sie bisher nur alle ausgeschlagen und fand die Vorstellung, zusammen mit ihrer besten Freundin Alte Jungfer zu bleiben bisher immer recht angenehm. Doch jetzt hat besagte beste Freundin geheiratet, noch dazu Eloises eigenen Bruder. Überstürzt nimmt sie deshalb die Einladung ihres Brieffreundes Sir Phillip an. Seit dem Tod seiner Frau Marina, einer entfernten Cousine Eloises, haben die beiden miteinander korrespondiert und nun hatte ihr Philip einen Antrag gemacht. Genauer gesagt, hat er sie gebeten, ihn zu besuchen, damit sie feststellen könnten, ob sie zusammen passen würden. Natürlich hatte Phillip nicht damit gerechnet, dass sie eines Tages ohne vorherige Anmeldung vor der Tür stehen würde, ohne Zofe, Anstandsdame oder ähnlichem. Auch Eloise ist geschockt: der elegante Briefeschreiber bekommt kaum ein Wort heraus und dann stellt sich noch heraus, dass er zwei Kinder hat - noch dazu komplett ungezogene Teufelsbraten. Doch beide entschließen sich dem anderen eine Chance zu geben - vielleicht funktioniert es ja doch...

Das Buch ist sehr warmherzig und humorvoll geschrieben, kommt aber vollkommen ohne die von mir so gefürchteten Slapstick-Einlagen aus. Anfangs hatte ich Befürchtungen wegen der beiden Kinder, dass dies zu einer Art Kevin-allein-zu-Haus-Farce abdriften könnte, doch gerade die Kinder mochte ich zum Schluss sehr gerne. Die Autorin geht sehr sensibel mit dem Problem der beiden Halbwaisen um, deren Vater sich auch von ihnen stark distanziert hat.

Auch als Eloises Brüder auftauchten hatte ich befürchtet, dass es jetzt zu komisch werden könnte, doch die Dialoge waren witzig, und die Haltung zu ihrer kleinen Schwester auf eine liebenswürdige Art komisch. Auch zieht sich die Episode nicht zu lange hin, so dass sich die Witze nicht wiederholen.

Eine süße Idee fand ich es, jedem Kapitel einen Auszug aus Eloises reichhaltiger Korrespondenz vornan zu stellen, in denen sie Ratschläge erteilt, die sie sich zum Teil in ihrer momentanen Situation selbst hinter die Ohren schreiben könnte.

Ich hatte mit Julia Quinn schon mal eine schlechte Erfahrung gemacht ("How to marry a Marquis") und bin von diesem Buch hier positiv überrascht worden. Es vermittelt einfach ein heimeliges Gefühl und kommt ohne irgendwelche Missverständnisse oder unnötige Komplikationen aus. Trotzdem wird es nicht langweilig. Die Helden sind sympathisch und auch wenn Eloise ihren Mund nie halten kann, wird sie nie nervig.

Was mir ein wenig gefehlt hat, war die Liebesgeschichte, die sehr unspektakulär ablief. Eine sehr ruhige Geschichte, aber trotzdem humorvoll. Vielleicht gerade das Richtige zu Weihnachten.

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Anlässlich der Veröffentlichung der von Netflix produzierten 1. Staffel der Serie habe ich Julia Quinns „Bridergtons“ aus den Tiefen meines Bücherregals ausgegraben und mir als re-read zur Aufgabe gesetzt. Tatsächlich habe ich die Serie nie über den 4. Teil hinaus gelesen. Technisch ist dies also kein re-read für mich.

Allerdings sind die Geschichten um die Bridgertons, seit ihrer Veröffentlichung von über 15 Jahren, so sehr Teil der Liebesroman-Welt geworden, dass ich das Gefühl habe auch die bisher nicht gelesen Teile gut zu kennen. Ich möchte damit die Bücher nicht abwerten, doch war es deswegen es, nie von so großer Bedeutung für mich, die Serie fertig zu lesen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich an dieser Stelle auf eine eigene Inhaltsangabe verzichte. Der andere ist, dass wir die Geschichte auf Happy End Buecher bereits in weiteren Rezensionen erläutert haben.

Nachdem sich mein re-read der Serie im Großen und Ganzen nicht so prächtig angefühlt hatte, wie es mir meine Erinnerung mir vorgegeben hat; tatsächlich habe ich mich bisher nur mit „Wie bezaubert man einen Viscount?“ so richtig unterhalten gefühlt; bin ich mit gemischten Gefühlen an „In Liebe, ihre Eloise“ herangegangen. Ich wollte einfach, dass mir Eloises Geschichte gut gefällt, hat mir doch ihre Darstellung in der Netflix-Serie so gut gefallen.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich fand diesen 5. Teil der Bridgerton Serie einfach umwerfend charmant, höchst unterhaltsam und dabei so kurzweilig, dass mir das Ende der Geschichte viel zu schnell entgegenkam.

Es mag vielleicht die Enttäuschung gewesen sein, mit der mir Colin, in meinem re-reading von „Penelopes pikantes Geheimnis“, begegnet ist, die mir Sir Phillip Crane so ein so viel attraktiver Charakter hat erscheinen lassen. Doch vermutlich ist es einfach so, dass mir derartige brummig männliche Hauptprotagonisten einfach mehr liegen und mir allein damit den Genuss an einem Roman verstärken. Aber was schreibe ich da, schließlich reden wir von Eloise!

Der wundervollen, sympathischen und herrlich sturen Eloise, die ihre feste Vorstellung davon hat, wie die Dinge nun mal zu laufen haben. Vermutlich liebe ich die deswegen so, weil ich im Herzen genau bin und weil ich damit über dieselben Probleme stolpere, die auch Eloise zu bewältigen hat. Keinen anderen Charakter der Bridgerton Serie liegt mir so nahe, kann ich so gut verstehen.

Hinzu kommt die leichte und lockere Atmosphäre, die mir im Buch begegnet ist und die sich auch auf meine Stimmung positiv übertragen hat, ohne dabei eine gewisse Tiefe und Ernsthaftigkeit missen zulassen, hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Übrigens begegnen wir in diesem Teil auch Marina wieder, der verstorbenen 1. Ehefrau von Phillip und in Buch eine Cousine der Bridgertons, ohne Verbindung zu den Featheringtons. Sie verbindet jedoch ein Eheversprechen von Phillips älteren Bruder. Der, wie in der TV-Serie auch, im Krieg fällt und Marina nie ehelichen konnte. Marinas Zwilling sind im Buch übrigens die von Phillip. Marina war im Buch nie schwanger von seinem Bruder; ich bin jedoch davon überzeugt, dass es Phillips Charakter entsprechen würde, mögliche Kinder seines Bruders anzunehmen und es aus diesem Grunde wohl auch kein Thema für die Autorin war, die Situation in der TV- Staffel ein wenig anders darzustellen.

Kurzgefasst: Liebe Eloise, dein Charakter liegt mir nahe am Herzen. Keine andere Figur in der Serie habe ich so gut verstehen können wie dich. Es hat mir großes Vergnügen bereitet dich durch deine Geschichte zu begleiten und ich freue mich von Herzen, dass du dein Glück gefunden hast. Deine Anke