Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Valentine St. Vincent ist zu dem Titel „Duke of Wyndham“ gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Dem gerecht zu werden fordert den leidenschaftlichen „Prizefighter“ schon genug, er muss sich nun nicht nur um die Schulden des Herzogtums kümmern, sondern sieht sich dazu mit der Erkenntnis konfrontiert, die falsche Frau zu begehren.

Rebecca Lambert, ist nicht nur die rechte Hand ihres Vaters, einem berühmten Architekten, sondern seit dessen zunehmender geistlicher Verwirrung, auch noch seine linke Hand. Sprich es ist nicht länger ihr Vater, der die Arbeit erledigt, sondern sie. Doch als Frau ist ihr die Möglichkeit verwehrt, sich öffentlich zu ihrem Können zu bekennen. So hat sich nicht nur damit zu tun, die Erkrankung ihres Vaters zu decken, seine Arbeit zu erliegen und gegen die Anziehung ihres aktuellen Klienten, dem Duke of Wyndham, zu kämpfen. Zwar scheint er im Grunde seines Herzens ein Mann des Volkes, doch sein Titel (und sein verschuldetet Herzogtum) machen eine Zukunft für sie und ihn unmöglich.

Wie so oft in der letzten Zeit, war Ellie St. Clairs „Pläne für den Herzog“ zu lesen, eine spontane Entscheidung, nachdem ich auf den Titel gestoßen war. Und auch wenn ich keine Probleme damit habe Titel im englischen Original zu lesen, so ist es doch auch immer wieder schön sich mit einem übersetzten Titel zurücklehnen zu können.

Für mich war es ein unterhaltsames Lese-Erlebnis, wenn auch kein Roman, den ich begeistert feiern würde, dazu empfand ich ihn als zu „einfach“ gestrickt. Doch die Idee für die Geschichte und zugleich das Grundthema der Serie, war ungewöhnlich genug, um mich zu fesseln.

Ellie St. Clair schickt ihre Leser in „Pläne für den Herzog“ an den Rand der Gesellschaft und bringt die Tochter eines Architekten und einen Herzog zusammen. Dieser, im Grunde seines Herzens immer noch der „Prizefighter“ ist, der er war, bevor er durch verschlungene Umstände zu einem Titel gekommen. Das birgt für das Paar zusätzliche Probleme, da Valentin sich als „Quereinsteiger“, nicht nur doppelt um seine Stellung bemühen muss, sondern auch ein verschuldetet Herzogtum geerbt hat.

Rebecca, wie auch die zukünftigen, bisher vorgestellte Hauptfiguren, ist eine junge Frau mit einer, vor der Gesellschaft für Frauen nicht anerkannten Leidenschaft: die Architektur, genauer gesagt, der Innenausstattung. Allein das macht sie zu einer interessanten Heldin, finde ich. Dazu verfügt sie aber auch über ein einfühlsames und sympathisches Naturell. Und welcher Liebesroman-Leser kann schon einem Helden, der aus dem gemeinen Volk in den Adel aufsteigt und sich dort so überhaupt nicht zurechtfindet widerstehen? Ich auf jeden Fall nicht.

Meine Sympathien wurden so also nicht nur für den Plot geweckt, sondern auch für die Protagonisten. Ich fand jedoch, dass Vals Wut auf Rebecca, weil sie ihm nicht die „Wahrheit“ über ihre Rolle bei der Renovierung seines Hauses gesagt hat, etwas zu konturiert begründet war. Schließlich, so mein Urteil, hat sie ihn auch nicht direkt belogen. Und aus Sicht einer Frau in der damaligen Gesellschaft auch gute Gründe dafür. Doch auch Val hat sich ihr erst geöffnet, nachdem Rebecca ihm hartnäckig auf den Fersen geblieben ist. Was vermutlich auch der Grund dafür war, dass ich nicht verstehen konnte, warum Rebecca ihn nicht über ihr Können aufgeklärt hat?

Kurzgefasst: wenn auch schnörkellos (einfach) erzählt – so stehen die sympathischen Figuren und die interessante Geschichte doch für einen empfehlenswerten Lese-Spaß.