Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Nach dem Zusammenstoß mit Oliver Edward St.Martin de Vere, dem Duke of Hawkfield, den Hannah Smith beinahe nach Newgate und an den Galgen bringt, weiß sie, dass es Zeit ist, sich vor Sidney Pritchard, der sie als Kind von Frankreich nach England gebracht hat und seither für seine kriminellen Ziele ausnutzt, zu fliehen. Da sie diesen Weg nicht alleine gehen kann, sondern auch Nancy Browne, die ihr wie eine Mutter war und die sie nicht in den Fängen von Pritchard zurücklassen möchte, braucht sie eine entsprechende Finanzierung und stimmt einem letzten Raub in Pritchard Auftrag zu.

Sie soll als Gesellschafterin von Lady Lansdowne, die alte Dame davon überzeugen, dass sie ihre, in den Wirren der Revolution verlorenen geglaubte Enkelin Anastasia de Bonneval ist. Während Hannah nicht glaubt, dass das gelingen kann, so ist Pritchard auf beunruhigende Weise überzeugt davon. Das Problem dabei ist nur, dass sie in der Gesellschaft von Lady Lansdowne nun wieder auf den Duke of Hawkfield trifft – der sie jederzeit als Diebin wiedererkennen könnte.

Ich liebe die „Wilful Wallflowers“-Serie der Autorin, in der sie drei Shakespeare Werke adaptiert und war entsprechend gespannt auf ihre aktuelle Veröffentlichung, eine Anastasia-Nacherzählung.

Wie auch schon die Geschichten der „Wilful Wallflowers“-Serie, ist auch „Anastasia and the Duke“, mit 147 Seiten angegeben, eher Kurzroman als Roman. Er ist zudem ein „Sweet Romance“, der nicht über einen Kuss hinaus geht, so jedoch über die Möglichkeit verfügt der Geschichte etwas mehr Platz zu geben.

Und den benötigt die Geschichte auch, denn die Autorin Claudia Stone hat sich da eine ziemlich verwinkelte Geschichte ausgedacht, um darin bestmöglich eine Anastasia-Nacherzählung unterzubringen. Das Problem dabei ist, dass ihr das nicht an allen Stellen nahtlos gelungen ist. So bleibt u.a. die Frage, warum Sidney Pritchard so viele Jahre gewartet hat, bis er zu seinem ultimativen Schachzug ausholt, den er bereits von Jahren als er Hannah aka Anastasia nach England gebracht hat, in Planung gehabt haben muss. Auch die Erklärung zu Nancys Schweigen (ich spoiler hier einfach mal, weil es klar sein dürfte, auf was es hier hinausläuft) ihres Zeichens die ehemalige Zofe der Comtess de Bonneval, Hannahs Mutter, fällt recht dünn aus.

Zwar bin ich immer noch dabei ihre Backlist für mich zu entdecken, doch was Erzählstil, Tempo und Unterhaltung im Format einer historischen Liebesroman-Novelle betrifft, gehört für mich Claudia Stone bereits zu meinen Lieblingsautoren. Und auch wenn ich „Anastasia and the Duke“ aufgrund meiner Kritik an der umständlichen Geschichte, keine Bestnoten vergeben kann, so hat sich mich doch gut unterhalten und ich freue mich darauf, mehr von der Autorin zu entdecken.

Kurzgefasst: eine unterhaltsame zu lesende und kurzweilige, wenn auch ein wenig umständlich erzählte, Anastasia-Nacherzählung.