Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Eigentlich wollte Lucy Agnes Swift sich Trost bei ihrer Großmutter abholen und ein wenig von ihr bemuttert werden. Doch als sie im Strickladen „Cardinal Woolsey’s“ von Agnes Bartlett im englischen Oxford eintrifft, ist der Laden geschlossen und das Haus ihrer Grußmutter verwaist.

In den Tagen darauf muss Lucy mit einem gewaltigen Schrecken feststellen, dass ihre Großmutter nicht nur ermordet wurde, sondern als Vampir wiedererweckt wurde, unter dem Laden ein ganzes Nest Vampire lebt und sie selber eine Hexe, in langer Familientradition ist.

Ihr erster Impuls ist es den Laden und Haus zu verkaufen, wieder zurück in die Staaten zu gehen und ihr Leben ordnen. Doch den Mord an ihrer Großmutter, der von den Vampiren geheim gehalten wurde, offiziell ist Agnes friedlich im Schlaf gestorben, muss aufgeklärt werden. Und ehe es sich Lucy versieht, fühlt sie sich, die so überhaupt kein Talent zum Handarbeiten hat, im Strickclub der Vampire zu Hause.

Ich bin dem Genre der „cozy mystery“ durchaus zugeneigt, wähle es jedoch seltener aus. Dass ich bei Nancy Warrens Häkelkrimi „Der Strickclub der Vampire“ gelandet bin, liegt zum einen daran, dass ich Abwechslung brauchte und mir die Autorin von der „Bad Boy“-Serie, eine Reihe von Kurzromanen verschiedener Autoren, bekannt war, die ich vor vielen Jahren gelesen habe. Es war also eher eine Entscheidung auf der sicheren Seite als ein Sprung ins Unbekannte.

In diesem Sinne hat mich dieser paranormale Krimi auch gut unterhalten, wenn er auch recht simple gestrickt war (selbst für einen „cozy mystery“), hier und da etwas geschwächelt hat (Probleme mit dem Verhalten der Hauptfigur) und ich immer mal wieder über Fehler (zb. Verwechslungen der Protagonisten-Namen) gestolpert bin.

Das, was mich an stärksten irritiert hat, war das Verhalten von Lucy, die doch gerade ihre Großmutter „verloren“ hat, doch nicht wirklich Trauer zeigt und auch nicht wirklich überrascht scheint, ihr als Vampir wiederzugebenden. Zwar stattet sie sich auf ihre Entdeckung hin mit einer selbst zusammengestellten Vampir-Abwehr aus und die Autorin schreibt ihr Trauer auf den Leib, doch überzeugt hat mich das nicht. Obwohl sie doch über all die Entdeckungen ziemlich erschöpft sein müsste, reißt Lucy gleich zwei Männer auf, einen sehr alten Vampir, Rafe William Crosyer und den Detective Inspector Ian Chisholm.

Ich verstehe, dass beide für den Fortgang der Serie und überhaupt für derartige Krimis wichtige Partner sind, mir hätte es jedoch besser gefallen, wenn Lucy ein wenig mehr Mühe hätte aufbringen müssen, um beide für ihre Seite zu gewinnen.

Kurzgefasst: Wenn ein Roman die Bezeichnung „Häkelkrimi“ verdient hat, dann „Der Strickclub der Vampire“. Eine mittelmäßige Umsetzung, einer amüsanten Idee, mit durchaus netten Momenten.