Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Die US-Amerikanerin Emma Damon war erfreut als ihr ein Job in Hartley Hall, früher ein Londoner Herrenhaus, heute ein Museum, angeboten wird. Dass sie jedoch so vom „Rosen Zimmer“, eigentlich kein dem Museum angehöriger oder öffentlicher Raum angezogen wird, findet sie irritierend.

Als sich eines Abends die Gelegenheit biete und sie den Raum aufsucht, findet sie dort ein Kleid, und einen Zettel mit einem fremd-sprachigen Spruch darauf ihrer Handschrift vor. Das nächste, was sie sich klar erinnert ist, der Schrei eines Hausmädchens, in historischer Bekleidung, das sie aufschreckt, als sie zurück ins „Rosen Zimmer“, plötzlich ein „Grüner Raum“ zurücktritt.

Dann jedoch überschlagen sich die Ereignisse für Emma und sie steht unversehens als Emily Blythe, maßgebliche Braut von James Portwood, dem Bruder des Earl of Hartley, vor selbigen. Jaxon Portwood, Earl of Hartley ist durchaus verblüfft, dass Miss Blythe so plötzlich vor ihm steht, ohne Gepäck und Begleitung, doch damit löst sie eines seiner wichtigsten Probleme, die Sicherung des Nachwuchses für seinen Titel, der mit ihm auszusterben droht, wenn sich nicht sein Bruder der Sache annimmt. Doch der hat leider die Tendenz sich in die falschen Damen zu vergucken.

Ein Hindernis für einen wohlüberlegten Plan, ist nur, dass Emily, Emma, wie sie ihn verbessert, so viel anziehender ist, als gut für ihn.

Die unterhaltsamsten Geschichten findet in der Regel überraschend. So ging es mir auch Sariah Wilsons „Once upon a time travel“, den ich mir eigentlich nur mal zum Anlesen ausgeliehen hatte, weil ich gerade lesetechnisch so schön im Zeitreise-Modus war.

Anders als, zb. in Louise Allens Zeitreise Krimi (den 4. Teil hatte ich gerade zuvor gelesen), geht Emma nicht so umsichtig damit um, was sie sagt oder tut. Sondern redet so, wie ihr der „moderne“ Schnabel gewachsen ist. Für den modernen Leser ergeben sich so viele amüsante Szenen, doch die Irritationen, die solche Aussagen bei historischen Personen hinterlassen müssten, dürfte deutlich ausgeprägter sein, als die Autorin sie in der Geschichte darstellt. Obwohl ich zunächst über die relative Entspanntheit mit der Hartley damit umgeht irritiert war, so begründet die Autorin doch am Ende nachvollziehbar sein Verhalten und sein Handeln. Spoiler: die Männer seiner Familie wissen seit Jahrhunderten, um die magischen Fähigkeiten ihrer Frauen.

Und genau damit, nämlich mit Magie, erklärt Sariah Wilson auch Emmas Zeitreise. Diese spielt so zwar grundsätzlich eine Rolle im Roman, wird jedoch nur am Rande erwähnt. Im Fokus steht die Entwicklung der Protagonisten und die Liebesgeschichte.

Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten. Der Roman ist leicht und locker und sehr amüsant geschrieben. Zudem hatte ich den Eindruck, dass er wirklich umsichtig recherchiert war. Emma Reise in die Vergangenheit fühlte sich echt an. Und auch ihre Reaktion auf die Gegebenheiten war immer nachvollziehbar. So habe ich eigentlich nichts zu bemängeln.

Wenn man sehr kritisch sein wollte, könnte man anmerken, dass es am Ende noch etwas zu viel an hin und her bedarf, bis Hartley endlich … zu Verstand kommt. Und sich Emma, geboren als moderne Frau und in der Regel auch so agierend, sich vielleicht hier und da etwas seltsam und deplatziert wirkend „jungfreulich“ verhält. Aber über diese Punkte konnte ich beim Lesen recht einfach hinweg gehen und möchte sie der Geschichte nicht negativ bewerten.

Anmerkung: so wie ich Erläuterungen der Autorin verstanden habe, so hat sich eine ganze Serie um die Familie Portwood ausgedacht, dann jedoch keinen Verlag gefunden, der sich der Serie annehmen wollte. Was sehr bedauerlich ist. So hat sie sich entschieden, Emmas Geschichte als Stand alone in Eigenregie zu veröffentlichen. Zum Glück!
Und, ich wäre tatsächlich nicht abgeneigt noch mehr über die Familie Portwood zu lesen.

Kurz gefasst: ein amüsanter Zeitreise-Lesespaß, der die romantische Liebesgeschichte, sympathischer Figuren erzählt, mit denen ich mit-gelitten und mit-geliebt habe.