Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

So abenteuerfreudig der Amerikaner Zachary Caswell auch ist, nie hätte er gedacht, dass er eines Tages Fuß auf Englischen Boden setzt und schon gar nicht als Peer! Doch nun ist er der neue Earl of Pembroke und gewillt Titel und Verantwortung anzunehmen. Die Welt der englischen Aristokratie, die auf die herabblickt, die sich ihr Geld erarbeitet haben, ist ihm jedoch fremd.
Einziger Lichtblick ist seine Freundschaft mit dem ungewöhnlichen Baron Markham und seine zufällige Bekanntschaft mit der unkonventionellen Miss Rebecca Hawkins. Und beide unterstützen ihn auch darin den Familienring seines Vaters wiederzuerlangen, der seinem Bruder Nate abhandengekommen ist und der sich nun ebenfalls in England befindet.

Rebecca sieht sich gefangen in den dem "Turm", den ihr, ihr Onkel, bei dem sie seit dem Tod ihrer Eltern lebt, gebaut hat. Ihr Onkel hat beschlossen, dass sie die jene der Familie ist, die einen Titel heiratet. Und dazu hat er den langweiligen Viscount Coldrige auserwählt - der so gar nicht zu Rebeccas Naturell passt.

Ganz im Gegenteil zu Zach, den Rebecca nicht nur äußerst anziehend finde, sondern der sich auch noch bereit erklärt hat, gegen ihre Hilfe bei der Suche nach dem Familienerbstück, die Wünsche auf ihrer geheimen List abzuarbeiten. Eine List, die mit einem Spaziergang im Mondschein beginnt und mit einer Hochzeit in Gretna Green aufhört; auch wenn Becca letzteres nie von Zach verlangen würde. Doch dem scheint dieser Punkt gar nicht abwegig.

Nachdem dies nun bereits der 3. Teil von Bree Wolfs „Happy Ever Regency“-Serie ist, den ich gelesen haben, treiben mich nun immer zwei Fragen voran: wie setzt die Autorin das Märchenthema, das der Titel impliziert um und wie ergänzt sich die Geschichte zu einem Ganzen, in ich bereits im Vorgängerteil Einblick erhalten konnte.

Beides macht für mich, neben den sympathischen Figuren, die besondere Anziehung der Serie aus. Denn was im 2. Teil irgendwie seltsam und deplatziert eingeschoben gewirkt hat, ergibt im 3. Teil nun absolut Sinn. Zudem ergänzt es rückblickend auch die Geschichte des 2. Teils; warum ich auch unbedingt empfehle die Serie der Reihenfolge nachzulesen und auch wenn einem der eine Teil davon vielleicht nicht gefällt, so doch dem nächsten noch einmal eine Chance zu geben. Es lohnt sich dranzubleiben um diese besondere Erzähl-Dynamik genießen zu können.

Zach und Rebecca sind zwei wirklich einzigartige Charaktere, deren Geschichte zu verfolgen mir großen Spaß gemacht hat. Beide sind recht unkonventionell, doch die Autorin beschreibt nachvollziehbar, warum sie so sind wie sie sind und warum sie so denken und handeln.

On top dieser positiven Eindrücke kommt noch, dass Zach und Rebeccas viel Abwechslung und einen flotten Erzählstil bietet. Da macht es fast nichts mehr aus, dass die Autorin, wie bisher in allen Teilen, die Tendenz zeigt, die Gedanken ihrer Protagonisten ein wenig zu detailliert darzulegen und dabei auch Wiederholungen von Gedankengängen nicht verhindern kann.

Kurz gefasst: eine unterhaltsame, flott erzählte Liebesgeschichte, mit sympathischen Figuren – eingebunden in eine faszinierende Serie, mit einer ganz besonderen Dynamik!