Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Miss Caroline Hawkins hat sich schon früh für ein unabhängiges Leben entschieden und damit gegen eine Heirat. Sie möchte frei ihren geheimen wohltätigen Projekten nachgehen können, ohne, dass sie von einem möglichen Ehemann gegängelt wird. Zu diesen Zweck hat sie sich die Maske einer unscheinbaren grauen Maus zugelegt, die lieber stickt, als auf einem Ball zu tanzen.

Doch der aufmerksame Pierce Byrne, Baron Markham, vermutet längst tiefere Geheimnisse hinter Carolines ältlicher Jungfer-Fassade. Und als er sie dann zufällig, bei einem seiner „Robin Hood“-Streifzügen durch das nächtliche London aufstöbert, ist er sich gewiss, dass hinter Caroline Hawkins mehr steckt als das Mauerblümchen vorgibt.

Und auch wenn Caroline zunächst noch nicht weiß, wer sich hinter dem maskierten Straßenräuber versteckt, so entspinnt sich doch ein Katz-und-Maus-Spiel mit Baron Markham, der genauso viele Geheimnisse zu hüten scheint, wie sie. Aber noch irritierender für sie ist, dass sie mit einem Mal den Wunsch verspürt ihre Maske abzulegen und sie sein zu können, zumindest für Pierce.

Je mehr ich von Bree Wolf lese, umso besser gefällt mir ihr Erzählstil. Es scheint mir sogar, dass die Autorin im Lauf der Serie ihre Tendenz einen Teil der Geschichte etwas zu ziehen und mit Wiederholungen der Gedankengänge der Protagonisten zu füllen, zugunsten von mehr Interaktion getauscht hat. Etwas was ihren Geschichten absolut zugutekommt, finde ich.

So liest sich „How to steal a Thief's Heart“ flott und abwechslungsreich. Zwar beschreibt die Geschichte einen relativ langen Zeitraum, in diesem passierte jedoch viel. Zudem gibt es den Protagonisten viel Zeit sich langsam kennenzulernen, was nicht nur die Liebesgeschichte nachvollziehbar macht, sondern auch der Entwicklung der Figuren viel Raum lässt.

Wie alle Charaktere, die die Autorin erschafft, so sind auch Pierce und Caroline sehr sympathisch. Sie verfügen über einen gesunden Menschenverstand, sind dabei jedoch auch nicht ohne Ecken und Kanten und ohne Fehler. Das macht es für mich als Leser leicht sie zu mögen und mit ihren zu leiden und zu lieben.

Auch in diesen 4. Teil der Serie hat die Autorin die Überschneidungen mit dem Vorgängerteil geschickt in die Geschichte eingearbeitet. Daraus ergaben sich jedoch, wie ich fand, nicht so viele aha-Momente, wie zwischen den 2. und 3. Teil, doch unterhaltsam zusammengefügt war die Geschichten allemal. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass dieses Gewebe, was die Autorin bisher so vorzüglich zu spinnen gewusst hat, nun einen Einbruch erlitten hat.

Zwar wird auch hier wieder der nächste Teil vorbereitet und die Protagonisten aus dem kommenden Teil „How to turn a Frog into a Prince“ vorgestellt, doch das geschieht auf ein mir bekannte und nur wenig überraschende Weise. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich neugierig auf den Folgeteil!

Kurz gefasst: auch dieser 4. Teil in Folge hat mich gut zu unterhalten gewusst, etwas was nicht jede Autorin schafft. Wenn nicht, ist die Serie bisher sogar immer noch einen Ticken besser geworden – allerdings kann das auch an meiner Schwäche für maskierte Helden liegen; die ja bereits im Vorgänger-Roman zugeschlagen hat.