Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Nach dem plötzlichen Tod des Mitglieds eines Gesangstrios, das in den 70er Jahren große Erfolge als Soulband „The Real Deal“, zu verzeichnen hatte, werden die beiden übrig gebliebenen Bandmitglieder darum gebeten, bei der Trauerfeier ihres Kollegen noch einmal aufzutreten. Doch Louis und Floyd sind mittlerweile ebenfalls in die Jahre gekommen- zudem hatten sie sich einst wegen einer Frauengeschichte zerstritten und sind sich auch heute alles andere als grün.
Während der verstorbene Marcus nach der Trennung des Trios einer großen Solo-Gesangskarriere entgegensteuerte, baute sich Floyd eine etwas andere Existenz als Inhaber einer Autowaschanlage der besonderen Art auf, in der sich hübsche Frauen leicht bekleidet um die Autos ihrer männlichen Kundschaft kümmerten.
Nur Louis erging es nicht so gut. Er wurde kriminell und saß viele Jahre im Gefängnis, bis er schließlich Mitarbeiter in einer KFZ-Werkstatt wurde.

Aber ausgerechnet Floyd ist es, den das schönen Leben anödet, als sein geschäftstüchtiger Neffe ihn in ein Luxus-Seniorenheim im landschaftlich idyllischen Nirgendwo verfrachtet. So macht er sich auf um Louis dazu zu überreden, mit ihm bei der Trauerfeier von Marcus aufzutreten. Louis zeigt sich zunächst alles andere als begeistert. Aber Floyd ist so hartnäckig, dass er seinen alten Bandkumpel schließlich doch noch überreden kann und so machen sie sich auf zu einem Road-Trip der besonderen Art…

„Soul Men“ ist sicherlich kein Blockbuster; sondern eher ein sympathischer Nischenfilm, für alle diejenigen Zuschauer zu empfehlen, die Spaß an schrägen und überdrehten Filmen haben. In dieser Hinsicht funktioniert der Streifen auf ganzer Linie und ist auch mit Bernie Mack und Samuel L.Jackson in den Hauptrollen fantastisch besetzt. Jackson und Mack holen aus dem „Road-Movie“ alles heraus, was geht und es geht darin eine ganze Menge, so dass ich beim Schauen Tränen gelacht habe- Stichwort „Soft Job“. ;-)

Zugegeben, mit Kraftausdrücken und Ausflügen in die Fäkalsprache wird nicht unbedingt sparsam umgegangen, doch diesen Punkt empfand ich als eher nebensächlich, da die eingebauten Gags der beiden Protas funktionieren und einfach Spaß bereiten.
Ich bin ein Fan von Samuel L. Jacksons Schauspiel, doch selten habe ich ihn so überzeugend von seiner humoristischen Seite agieren sehen, wie es in dieser leichten Musik-Komödie der Fall ist. Natürlich hat er auch diesmal den Part des eher grimmigen Helden übernommen, wohingegen Mack eine liebenswerte Quasselstrippe verkörpert, der man trotz aller Tollpatschigkeit nicht lange böse sein kann.
Aber es gibt auch einige melancholische Momente in diesem Film, die überzeugend transportiert werden und dem Film etwas mehr Tiefe verleihen.

In musikalischer Hinsicht gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Die ausgewählten Songs in dem Film sind alle sehr soulig, gut und mitreißend- wenn es meiner Meinung nach ruhig auch einige mehr hätten sein können und die Bühnenperformance von Jackson und Mack ist einfach göttlich. ;-)
Im Original erschien der Film bereits im Jahre 2008 und nun mit knapp drei Jahren Verspätung auch hier bei uns auf DVD.
„Soul Men“ war auch zugleich der letzte Film für den Schauspieler Bernie Mack, der im Jahre 2008 verstarb und einigen Zuschauern sicherlich auch seit seinen Rollen in „Oceans Eleven“ und den Nachfolgefilmen, ein Begriff sein wird.

Daumen hoch für die „Soul Men“!