Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Gottvater Odin hat zwei Söhne, den übereifrigen Kämpfer Thor, der gerne einmal übers Ziel hinausschießt und den stillen Loki.
Seit vielen Jahren herrscht in Asgard, der Götterwelt in der Odin, Thor; Loki und ihr Volk leben Frieden. Doch dieser Frieden ist trügerisch. Während einer Siegesfeier zu Thors Ehren entwenden zwei Eindringlinge einer anderen Welt beinahe den magischen Gegenstand, der diesen Frieden erst gezwungenermaßen ermöglichen konnte.

Der aufbrausende Thor will dem feindlich gesinnten Volk einen Denkzettel verpassen und begibt sich mit seinen Freunden, trotz des Verbots seines Vaters und Königs, in die „Höhle des Löwen“. Nur dem beherzten Eingreifen von Odin ist es schließlich zu verdanken, dass Thor und seine Getreuen nicht besiegt werden. Doch zurück in Asgard tobt Odin und verbannt seinen uneinsichtigen und ehrgeizigen Sohn schließlich für unbestimmte Zeit auf die Erde. Thors Hammer wirft er hinterher, doch dieser soll von nun an nur dem Manne dienen, der durch Worte und Taten gezeigt hat, dass er es würdig ist, ihn bei sich zu tragen.

Währenddessen fährt die Astrophysikerin Jane Foster, einem Naturphänomen auf der Spur, durch die Wüste und fährt den, gerade auf der Erde angekommenen Thor mit dem Auto an. Diese Begegnung ist schicksalhaft- denn in Jane und ihren Freunden findet Thor schließlich Verbündete, die ihm helfen wollen, seinen Hammer wiederzubekommen um nach Asgard zurückzukehren, wo seit seiner Verbannung einiges im Argen liegt und das Königreich in Gefahr ist...

Zugegeben, ich bin kein großer Fan von Comicverfilmungen, doch da ich ein großes Interesse an nordischen Sagen besitze und zudem Kenneth Brannagh in diesem Film Regie führte, wollte ich mir dieses Actionspektakel, zudem in 3 D, nicht entgehen lassen.
Und um es vorweg zu nehmen, Brannagh gelingt es eine Geschichte zu erzählen, die nicht nur reines, hirnloses Action-Popcornkino bietet, sondern dank der gut gecasteten Akteure, die ihr Handwerk verstehen, auch glaubwürdig gespielt wird. So bekommt der Film gleich ein wenig mehr Substanz und hat für den Kinobesucher einiges zu bieten.

Für die Hauptrolle des „Thor“ wurde mit Chris Hemsworth ein noch recht unbekannter Schauspieler verpflichtet, der jedoch zu jedem Zeitpunkt seine Rolle beherrscht und nicht nur als muskelbepackter Schönling durch die Welten schreitet. Seine Verkörperung des „Thors“ ist interessant, zumal er „Thors Gefühlswelt“ sehr ausdrucksstark auf die Kinoleinwand transportieren kann. Nicht nur optisch, sondern auch in schauspielerischer Hinsicht drängten sich mir immer wieder Assoziationen zu Brad Pitts Darstellung in „Troja“ auf- wobei Hemsworth allerdings noch einige Jährchen jünger ist, allerdings schon jetzt sehr viel Potential zeigt.

Erwähnenswert dürfte an dieser Stelle auch die schauspielerische Leistung von Tom Hiddleston sein, der in der Rolle des Loki ebenfalls überzeugt und einen vielschichtigen aber tragischen „Bösewicht“ verkörpert. Auch er erinnerte mich, nicht nur durch sein Schauspiel, an einen anderen Charakterdarsteller - Aidan Quinn.

Weitere Nebendarsteller sind Anthony Hopkins als Göttervater Odin, Rene Russo als Thors Mutter, Stellan Skarsgard als Kollege von Jane und Natalie Portman als Jane Foster. Während Hopkins wie immer eine souveräne Leistung abliefert, kommen Russo, Skarsgard und Portman ein wenig zu kurz- Russo hat nur einige wenige undankbare Szenen zu spielen und Portman und Skardsgard fehlen einfach mehr bedeutsame Dialoge. So bleiben die Frauen in diesem Film eher schöne Staffage, wie auch Thors Gefährten relativ blass wirken.

Die 3 D Effekte kommen besonders gut in Szenen zum Tragen, die in den beiden anderen Welten spielen, wobei besonders Asgard imposant und ganz golden schimmernd, ein wahrer Eyecatcher ist. Überhaupt sind die Spielfilmsequenzen die nicht auf der Erde spielen, um einiges spannender und interessanter, als Thors Erlebnisse auf der Erde, wobei auch letztere durchaus amüsante und packende Szenen zu bieten haben. Sehr actionreich geht es allerdings in allen Welten zu!

Für Romantiker sorgt eine sich sehr langsam anbahnende Liebesgeschichte zwischen Jane und Thor, doch das Ende des Films deutet bereits eine Fortsetzung an, da die Love Story zwischen den beiden noch recht ungewiss ist. Es ist ein Film geworden, der positiv überrascht, aber trotz all des Lobes noch steigerungsfähig ist, wenigstens was weitere Expeditionen auf die Erde in einem zweiten Teil angeht. Ein Actionfilm für Männer und Frauen!